Erstellt am 02. Dezember 2015, 00:03

von Ingrid Fröschl-Wendt

Nachbarn stellen sich gegen Tennisplatz. Der Tennisplatz wird vergrößert, das passt den Schachingers gar nicht. Sie verlieren Parkflächen und „ernten“ mehr Bälle.

Petra und Thomas Schachinger vor Tennisplatz und Haus mit all den Tennisbällen, die während eines Sommers bei ihnen im Garten landen.  |  NOEN, Ingrid Fröschl-Wendt

Seit 16 Jahren sind Petra und Thomas Schachinger mit ihrer Familie Nachbarn des Laaer Tennisvereines in der Eichamtsstraße. Über vieles ärgern sie sich schon seit Jahren: über die Spiele an Sonntagvormittagen – mit lauten Ächz-Geräuschen und fallweise Geschimpfe; über die Feiern an Samstagabenden, die manchmal bis in die Nacht dauern; über die vielen Tennisbälle, die jedes Jahr kübelweise in ihrem Garten landen. Doch nun ist es den Schachingers zu viel geworden.

Platz an der Eichamtsstraße wird ausgebaut

Der zweite Laaer Tennisplatz musste dem Thermenzubau weichen. Darum fusionierten die beiden Tennisvereine und bauen nun den 80 Jahre alten Platz an der Eichamtsstraße aus. Neben einer Sanierung des Platzes und der Erneuerung des Flutlichtes wird zu den bestehenden drei Plätzen auch der kleine Trainingsplatz zu einem meisterschaftsfähigen Turnierplatz erweitert. Und das braucht Raum. Darum kamen die Parkplätze vor der Anlage weg.

Das ging den Schachingers nun über die Hutschnur. Nicht nur, dass sie als Nachbarn nun diese Parkfläche nicht mehr nutzen können, das Ehepaar fürchtet auch, dass es nach Fertigstellung der Anlage zu einem Verkehrschaos kommen könnte. Denn bei Vollbetrieb sei mit einem enormen Andrang zu rechnen. Außerdem seien die Tennisbälle nicht nur in ihrem Garten, sondern auch stets auf dem Parkplatz gelandet.

Derzeit parken die Schachingers vor dem Haus, direkt auf der Straße. Die breite Eichamtsstraße lässt das zu, doch haben sie nun den Verkehrslärm im Wohnzimmer, wenn wegen ihres Autos gebremst und angefahren wird. „Doch was ist bei Nebel, bei Schneefall?“, fragt sich die Familie.

Bürgermeisterin Brigitte Ribisch sieht das nicht so: „Es gibt im Umkreis des Tennisplatzes ausreichend sichere Parkmöglichkeiten.“ In zwei Jahren wäre die Situation ohnehin entschärft, da durch den Bau der Südumfahrung viel Durchzugsverkehr und vor allem die Lkws wegfallen. Und wegen irregeleiteter Tennisbälle macht sich Ribisch ebenfalls keine Sorgen, eine entsprechende Sicherung sei eingeplant.

„Es gibt im Umkreis des Tennisplatzes 
ausreichend sichere Parkmöglichkeiten.“
Bürgermeisterin Brigitte Ribisch 

Probleme hat Petra Schachinger außerdem mit dem Ablauf des Baues: Sie fühlte sich viel zu spät informiert. Es werde schon gebaut, doch erst jetzt sei die offizielle Bauverhandlung.

Das laufe alles korrekt ab, erklären sowohl Ribisch als auch Tennisvereinsobmann Klaus Thalhammer. Letzterer betont, dass er nicht streiten möchte, aber auch, dass der Tennisplatz schon länger da sei als die Nachbarn. Den Schachingers stellen sich einige Grundsatzfragen: Warum habe man den Platz überhaupt in der Stadt gewählt? Wäre es im Rahmen der Sportanlage neben dem Gewerbepark Hanfthal nicht praktischer? Sei eine derart hohe Ausgabe beim aktuellen Schuldenstand der Stadt zu rechtfertigen?

Die Wahl des Platzes sei ein Ergebnis der Verhandlungen mit dem Tennisverein, sagt Ribisch. Die Ausgaben sieht sie als wesentliche Aufgabe der Stadt für ihre Bürger. Der Tennisverein leiste Jugendarbeit und biete ein wichtiges sportliches Angebot. Die Familie Schachinger könne ja Mitglied des Tennisvereins werden.