Laa an der Thaya

Erstellt am 15. April 2017, 05:00

von Ingrid Fröschl-Wendt

Znaim: Mehr als nur Stadt des Gurkerls. Das Südmährermuseum Laa widmet seine heurige Sonderausstellung der ehemaligen Bezirkshauptstadt Znaim.

Eröffnung der Sonderausstellung über Znaim im Südmährermuseum: Helmut Pietsch, Christoph Rapp, Thomas Appel, Obfrau Brigitta Appel, Lukas David, Christian Nikodym, Thomas Gruss, Konrad Pristl, Jiri Kacetl und Josef Ofner.  |  Ingrid Fröschl-Wendt

„Wenn’s auch nur ein Gurkerl ist, es ist ein Stück Kultur.“ Die Znaimer Gurke sei vielen ein Begriff, auch wenn es sie nicht lange gab, sagte Helmut Pietsch, Vorstandsmitglied des Laaer Südmährermuseums. Sie ziert diesmal das Logo der heurigen Sonderausstellung des Museums.

 Doch eigentlich ist die Gurke nur gedanklicher Köder, denn Znaim kann viel mehr, als einem besonderen Gurkerl ihren Namen zu geben, sagt Obfrau Brigitta Appel. Znaim war die Bezirkshauptstadt aller Orte im Thayatal, die das Laaer Südmährermuseum nach der Vertreibung gegründet haben, erklärt Museumsleiterin Brigitta Appel. Dementsprechende Bedeutung hat diese Stadt für diesen Kreis.

Znaimer sind stolz auf ihren Exportschlager

Dass Znaim bis heute eine sehenswerte Stadt ist, schilderte Lukas David im Rahmen der Eröffnung und führte gedanklich durch die Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Mit der Geschichte machten anschließend Brigitta Appel und Helmut Pietsch vertraut, dessen charakteristisches Bild durch das von Gustave Eifel erbaute Viadukt geprägt wird, einst Teil der Bahnlinie von Wien nach Berlin. Der Anschluss an die Eisenbahn ermöglichte außerdem erst den Exportschlager Znaimer Gurke, die durch den Thayatalboden ihren außergewöhnlichen Geschmack erhielt.

Wie stark sich die Thayataler damit  identifizierten zeigen die Lieder, Gedichte und Gstanzln, die Helmut Pietsch und Konrad Pristl, zum Teil mithilfe des Publikums und einem Quartett der Stadtkapelle Laa vortrugen.

Gschmackige Erzählungen

Schließlich ging es in die Sonderausstellung, die sich auf mehreren Tafeln mit der Geschichte der Stadt und ihren Sehenswürdigkeiten beschäftigt, wie dem Kloster Bruck, dem Eisen-Viadukt oder dem gotischen Rathausturm, dem zweiten Wahrzeichen von Znaim.

Und weil die gschmackigen Erzählungen allen Gusto gemacht haben, gab es natürlich auch Znaimer Gurken zu verkosten. Familie Frey, die zu den Vertriebenen zählt, hatte das Gurkerl-Rezept in die neue Heimat mitgenommen und produziert bis heute in Wien-Leopoldstadt Znaimer Gurkerln.

Die Ausstellung ist noch bis 31. Oktober zu sehen: Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen von 14-18 Uhr. Info: Brigitta Appel, 0676 / 753 69 02.