Laa an der Thaya

Erstellt am 08. Juli 2016, 10:17

von Ingrid Fröschl-Wendt

Laa entwickelt sich weiter. Pläne zur Stadtentwicklung liegen am Tisch. Der Gemeinderat sprach über Einwände von Anrainern und Wirtschaft zu Wohnbau & zum Ausbau der Zentrumszone.

 |  NOEN, Ingrid Fröschl-Wendt

Laa möchte wachsen. Die Stadt am ehemaligen Eisernen Vorhang hat endlich die Gelegenheit dazu und will sich mit Bedacht entwickeln. Notwendige Schritte dazu werden derzeit gesetzt.

Das sind zum einen verdichteter Wohnbau in Zentrumsnähe, was für die Bewohner Fußläufigkeit bedeutet und somit die Wirtschaft stärken soll, und außerdem eine Zersiedelung am Stadtrand verhindert. Zum anderen will die Stadtregierung Infrastruktur auch in die Randgebiete bringen, wie etwa zum Kellerhügel, der vom Hauptplatz und vom nächsten Lebensmittelgeschäft weit entfernt ist.

Beide Pläne bedürfen der Vorbereitung, wie etwa der Umwidmungen der Flächen. Beide Pläne lagen nun der Bevölkerung zu Begutachtung und für Stellungnahmen auf – und erzeugten Widerstand. Dieser kam bei der jüngsten Gemeinderatssitzung ausführlich zur Sprache.

Da wäre zum einen der Plan der Kamptal Wohnbaugesellschaft auf den ehemaligen Gründen der Gärtnerei Galla, gleich im Anschluss an die Landesberufsschule, Wohnblöcke aufzustellen. Da diese Wohnblöcke den Übergang zwischen dem großen Schulgebäude und der angrenzenden Siedlung bilden, sollen die Blöcke locker verteilt und abgestuft gebaut werden.

Doch einige Anrainer fürchten sich nun vor zu erdrückenden Bauten und einer Überlastung ihrer Siedlungsstraße, der Gärtnerstraße, die die Zubringerstraße zum neuen Wohnkomplex werden soll. Eine der Stellungnahmen wurde vom ehemaligen Besitzer der Gründe, der Familie Galla, eingereicht. Sie hatte damals die Flächen an die Kamptal Wohnbaugesellschaft verkauft.

Auch der Ausbau der Gründe zwischen Therme, Neustadt und Kellerhügel zu einer Smart City war Gegenstand von Einwänden und Gutachten. Vor allem die Wirtschaftskammer sah diese Pläne kritisch. Die Kriterien für eine Zentrumszone seien hier nicht erfüllt. Das heißt, die Bebauungsstruktur sei nicht dicht genug und nicht gut durchmischt. Darum könne die Wirtschaftskammer die Ansiedlung von Einzelhandelsbetrieben nicht befürworten.

Für Bürgermeisterin Brigitte Ribisch (ÖVP) ist diese Stellungnahme der Wirtschaftskammer kurzsichtig. Diese Pläne der Smart City seien zukunftsweisend. Natürlich hätte sich hier noch viel zu entwickeln, doch irgendwo müsse begonnen werden.