Erstellt am 29. April 2016, 05:04

von Benjamin Schlöglhofer

Neue Wege für die Schule. Wie es mit der Volksschule weitergehen könnte, wurde am Wochenende von Experten und Einheimischen diskutiert. Politik will das gehörte auch umsetzen.

Bürgermeisterin Anna Steindl eröffnete die Bildungsenquete zum Thema »Schule der Zukunft«. Neben ihr: die Journalistin Ute Brühl, die als Moderatorin durch die Veranstaltung führte.  |  NOEN, zVg
Die Gemeinde leitet das nächste Großprojekt, den Umbau der Volksschule, ein. Bildungsexperten hielten letzten Samstag im Pfarrzentrum Vorträge zu den Themen Bildungsarchitektur, Bildungspraxis und Inklusion. Unter den 120 Besuchern waren Gemeindemandatare, Direktoren, Lehrer, Kindergartenpädagoginnen und -betreuerinnen, Schulwarte und Eltern aus der Region.

Man wollte allen Bürgern die Möglichkeit geben, sich zu informieren und an der anschließenden Diskussion teilzunehmen. Der Inklusionsexperte Oskar Dangl informierte über Behindertenrecht und Integration. Ein relevanter Punkt in Wolkersdorf. Denn der Sonderschulunterricht findet hier immer noch separat statt.
Wie sich unsere Gesellschaft verändert und deshalb auch Schulen neue Wege einschlagen müssen, beschrieb Christa Koenne von der Uni Wien.

Alfred Schirlbauer sprach über „Bildungslügen“ und pädagogische Illusionen.
Antje Lehn und Renate Stuefer informierten über Architektur. Diese könne eine Schule für die Kleinen ganztägig interessant machen. Josef Hörndler und Susanne Kappl gaben Tipps zur praktischen Umsetzung. Moderiert wurde die Enquete von Journalistin Ute Brühl.

Politik will Anregungen auch aufgreifen

Und was nahm die Gemeindepolitik aus der Bildungsenquete mit? Stadtrat Christian Schrefel von den Grünen war begeistert von den Kenntnissen der Vortragenden bei der Bildungsenquete. Ein wichtiger Punkt für ihn sei es eine motivierende Atmosphäre für den ganztägigen Betrieb der Schule zu schaffen. Aber er ergänzt: „Wir haben da einiges zu stemmen.“ Er schätzt das Projekt „Neue Volksschule“ auf fünf bis zehn Millionen e. Nicht wenig für eine Stadt wie Wolkersdorf.

Weg von alten engen Schulräumen will MIT:uns-Chef Johannes Schwarzenberger. Er will auch weg vom alten Bildungssystem. „Wir sollten für mindestens 30 Jahre bauen“, sagt er: „Dann sind wir gut unterwegs.“
„Man muss alle miteinbeziehen“, antwortet Bürgermeisterin Anna Steindl (ÖVP) auf die Frage, was sie von der Veranstaltung mitgenommen habe: Kinder, Eltern, Lehrer, Hausmeister usw.. Weitere Termine folgen, bei denen sich die Beteiligten noch mehr Wissen zum Thema aneignen können.

„Wir haben drei Exkursionen in Schulen nach Graz, Wien und NÖ geplant“, erklärt Steindl und ergänzt: „Es geht um mehr als um Quadratmeter und Bautechnik. Es geht um die Zukunft unserer Kinder.“

Die Varianten

  • Umbau der bestehenden Volksschule: günstigste, aber auch die kurzfristigste Lösung.
  • Zubau: neue Klassenräume und Infrastruktur, trotzdem nur ein Standort verbaut.
  • Neubau: Barrierefreiheit, die für Inklusion wichtig ist, und Platz für die nächsten 30 Jahre.