Gaweinstal

Erstellt am 12. Oktober 2016, 05:00

von Michael Pfabigan

Gaweinstal: Gemeinde statt Postamt. Die Post machte ihre Ankündigungen wahr und sperrte das unrentable Postamt zu. Die Gemeinde übernimmt die Agenden der Post und die Mitarbeiterin.

Das alte Postamt sperrte mit Freitag zu. Am Montagmorgen nahm der Postpartner mit gleichem Personal im Gemeindeamt seinen Dienst auf.  |  Michael Pfabigan

Seit Anfang Oktober ist die Post im Gaweinstaler Gemeindeamt zu finden: Die Post AG machte ihre Ankündigung wahr und schloss das bestehende Postamt in der Wienerstraße, stattdessen übernahm die Gemeinde nun den Postpartner.

„Wichtig ist, dass der Betrieb lückenlos weitergeht“, sagt Bürgermeister Richard Schober: „In der Wirtschaft hat sich keiner gefunden, der den Postpartner übernehmen wollte. Aber eine Gemeinde in der Größe von Gaweinstal braucht auch eine entsprechende Infrastruktur!“ Also habe sich die Kommune entschieden den Postpartner zu machen.

„Reich werden wir damit nicht!“

Richard Schober, Bürgermeister von Gaweinstal

Übernommen wurde nicht nur das Service der Post, sondern auch jene Mitarbeiterin, die bisher ihren Dienst am Gaweinstaler Postamt versehen hatte: Damit sieht der Bürgermeister auch im Service Kontinuität gewährleistet.

Zusätzlich wird eine weitere Kraft, als Urlaubsvertretung und Unterstützung der neuen Post-Mitarbeiterin, aufgenommen. Untergebracht wird die Postservicestelle im Gemeindeamt, Zugang Bischof Schneider-Straße, quasi unter dem Bürgerservice: „Das hat den Vorteil, dass sich Postverkehr und Parteienverkehr der Gemeinde nicht gegenseitig behindern“, sagt Schober, der aus eigenen Beobachtungen weiß, dass das neue Postamt im Rathaus bereits gut angenommen wird: „Da ist immer was los!“

Umsätze seit mehr als drei Jahre negativ

Welche Kosten entfallen auf die Gemeinde durch die Übernahme des zusätzlichen Services? „Reich werden wir damit nicht“, lacht der Bürgermeister. Wenn die Rahmenbedingungen so bleiben, dürfte es kostendeckend sein. Wie sich die Kosten entwickeln müsse sich der Gemeinderat nach einer bestimmten Zeit ansehen. Und dann entscheiden, ob es ihm das auch wert ist.

Die Post hatte das Postamt zu Jahresanfang bei der RTR (Rundfunk- und Post-Regulierungsbehörde) zur Schließung angemeldet, da die Umsätze des Postamtes seit mehr als drei Jahren negativ waren und eine Besserung der Bilanzen nicht absehbar war. Eigentlich hätte die Post mit Sommer schließen sollen, die Post AG verlängerte den Betrieb aber, bis ein neuer Postpartner fixiert war. „Uns war ein lückenloser Betrieb wichtig“, sagt Katharina Schrammel von der Post AG. Grundsätzlich hat das Unternehmen mit einem Rückgang der klassischen Post zu kämpfen: Minus drei Prozent pro Jahr: „Das spüren wir massiv“, sagt Schrammel.