Erstellt am 17. März 2016, 05:04

von Michael Pfabigan

Neuer Stadtteil im Norden. Feuerwehrhaus, Siedlungsanlagen und ein zweiter Hofer-Supermarkt sollen errichtet werden.

Planen die künftige Entwicklung der Stadt: Vizebürgermeister Christian Balon, Bürgermeister Alfred Pohl, Stadtrat Peter Harrer und Referatsleiter Erwin Hoffmann.  |  NOEN, Michael Pfabigan

Mistelbach wird sich an der Nordeinfahrt weiterentwickeln: An der Straße Richtung Laa wird der Diskonter Hofer einen zweiten Markt errichten, das FF-Haus wird gebaut, zwei Flächen zwischen Bundesstraße und Bahntrasse werden mit Wohnhausanlagen und Einfamilienhäusern gefüllt. In den nächsten Jahren soll hier Wohnraum für 250 bis 300 neue Mistelbacher entstehen.

„Das ist ein gutes Beispiel für strategische, 
ressortübergreifende Städteplanung!“
Alfred Pohl, Bürgermeister Mistelbach

Derzeit prägen die Sonnenpark-Wohnhausanlage bzw. das Betriebsgebiet der Firma Pittel & Brausewetter auf der einen sowie die ehemalige Strumpffabrik Amazone auf der anderen Seite die nördliche Stadteinfahrt. Schon bald könnte dies völlig anders aussehen. Ein neues Feuerwehrhaus, zwei neu erschlossene Bau- und Wohngebiete inklusive einer Park & Ride-Anlage für eine mögliche, dritte S-Bahn-Haltestelle auf der rechten Seite sowie eine neue Lebensmittel-Filiale auf der linken Seite als auch ein zusätzlicher Kindergarten in der Franz Josef-Straße könnten Mistelbach zukünftig ein ganz anderes Stadteinfahrtsbild verpassen.

x  |  NOEN, Michael Pfabigan
Die Franz Josef-Straße soll zusätzlich eine verkehrsberuhigte Straße und eine Einmündung mittels Verschränkung erhalten sowie der geplante und bereits beschlossene Kindergarten eine sichere Ein- und Zufahrt bekommen. Komplettiert werden diese Vorhaben mit sicheren Quermöglichkeiten für Radfahrer und Fußgänger.„All dies sind jedoch Projekte, die auf mehrere Jahre angelegt sind“, betont Vizebürgermeister Christian Balon, der von einem Anschluss via Unterführung unter der Schnellbahn an den Elisabethweg auf Höhe des WIFI spricht. Hier liegt der Umsetzungshorizont bei etwa 2020.

Mehrere Projekte zusammengefasst

Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass mit dieser langfristigen Zukunftsplanung gleich mehrere Projekte auf einen Plan zusammengefasst wurden. „Ein Paradebeispiel für eine geplante Stadtentwicklung unter allen Gemeinderatsausschüssen“, finden Bürgermeister Alfred Pohl und Vizebürgermeister Christian Balon. „Die strategische Basis für all diese Vorhaben bildet das Stadtentwicklungskonzept, wo ein Projekt mit einer Vision beginnt und von der genauen Planung bis hin zur Realisierung reicht“, ergänzt der Bürgermeister.

Weiter in den Norden kann Mistelbach übrigens nicht mehr wachsen, hinter dem neuen Feuerwehrhaus ist dann Schluss. Dafür soll die Lücke zwischen den Seeparks und der Bundesstraße geschlossen werden.

Mistelbach ist eine der prosperierendsten Städte Niederösterreichs mit einem dynamischen Wachstum: Bis 2020 sollen 18.000 Einwohner in der Weinviertelmetropole wohnen. Für Bürgermeister Pohl wäre ein jährliches Wachstum von 1,5 Prozent verträglich.


Plan-Präsentation

Ab wann auch optisch etwas von der Stadterweiterung merkbar sein wird, kann derzeit noch nicht genau zeitlich definiert werden. Auszugehen ist jedoch davon, dass noch heuer mit dem Wohnbau begonnen wird. Interessenten können sich bei einer Planpräsentation am Donnerstag, dem 17. März, in der Wirtschaftskammer in Mistelbach schon vorab ein Bild von der weiteren Entwicklung der Stadt machen. Beginn ist um 16 Uhr.


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