Erstellt am 21. Oktober 2016, 01:29

von Michael Pfabigan

Der Bankomat bleibt. Firma stellt in der ehemaligen Volksschule den Automaten auf, die Gemeinde sorgt mit Zuschuss für Kostendeckung.

Ein neuer Bankomat an neuem Standort: Die Schricker Raika-Regionalbeiräte erreichten die Aufstellung des neuen Gerätes und einen Zuschuss zum Betrieb von der Bank: Birgit Boyer, Ferdinand Bammer, Josef Dienbauer, Sandra Eckel, Bank-Direktor Markus Wirrer, Walter Mayer, Bürgermeister Richard Schober, Josef Schram, Bernhard Findeis und Elfriede Bischof.  |  NOEN, Michael Pfabigan

Mit Oktober 2015 hatte sich die Raiffeisenbank im Weinviertel endgültig aus Schrick zurückgezogen und ihre Filiale geschlossen. Ein Jahr darauf zog sie auch den Bankomaten ab: unwirtschaftlich, so die Analyse der kühlen Banker.

Ohne Bankomat steht der 1.000-Einwohner-Ort trotzdem nicht da: Denn die Bank stellte den Kontakt zu einem sogenannten „Drittanbieter“ her: First Data betreibt Bankomaten, ist der Betrieb nicht kostendeckend, dann muss der Auftraggeber, der den Bankomaten haben will, die Differenzsumme ausgleichen.

„Das ist jetzt euer Gerät. Jetzt müsst ihr schauen, dass der Bankomat auch genutzt wird!“

Markus Wirrer, Direktor der Raiffeisenbank im Weinviertel. Die Raika hatte zuerst die Bankfiliale und jetzt auch den eigenen Bankomaten abgezogen.

Im Fall Schrick übernimmt das die Gemeinde Gaweinstal: „Um die Infrastruktur in den Orten zu erhalten!“, sagt Bürgermeister Richard Schober. Der Vertrag sei vorerst für drei Jahre abgeschlossen worden. Wenn die Schricker das Angebot entsprechend nutzen, kann der Bankomat auch länger gehalten werden.

Für den wirtschaftlichen Betrieb eines Bankomaten sind 2.500 Buchungen pro Jahr notwendig, rechnerisch ist eine Buchung 50 Cent wert. Als der Bankomat noch in der Schricker Raika-Filiale stand, wurde im Jahr an die 1.500 Mal Geld behoben.

Dafür, dass die jetzige Lösung möglich wird, haben sich Schricker Raika-Regionalbeiräte massiv eingesetzt, Raiffeisen im Weinviertel unterstützt den Betrieb mit 2.500 Euro und den entsprechenden Unterlagen, die sie First Data zur Verfügung gestellt haben: „Jetzt müsst ihr schauen, dass der Bankomat auch genutzt wird!“, sagt Raika-Direktor Markus Wirrer.

Was passiert mit dem bisherigen Raika-Gebäude? Das hat die Gemeinde Gaweinstal bereits angekauft, in der kommenden Gemeinderatssitzung im November sollen die Arbeitsvergaben zur Schaffung einer zusätzlichen Kleinkinder-Betreuungsstätte geschaffen werden.

„Schrick ist eine stark wachsende Ortschaft. Wir haben jetzt schon Probleme, alle Schricker Kinder im eingruppigen Kindergarten im Ort unterzubringen“, sagt der Bürgermeister. Außerdem seien die Anfragen von jungen Müttern, die eine Betreuung ihrer einjährigen Kin der suchen, im Steigen. Der Vorteil des Standortes für die neue Kinderbetreuungseinrichtung: Sie nutzt den gleichen Garten wie der Kindergarten, Synergieeffekte sind zu erwarten.