Erstellt am 16. April 2016, 05:04

von Ingrid Fröschl-Wendt

Neues Konzept für das Südmährische Heimatmuseum. Lebensgroße Puppen erzählen vom Alltag am Hof, aber auch von der plötzlichen Vertreibung.

Das Team des Südmährischen Heimatmuseums Thayaland setzt derzeit das neue Museumskonzept um: Erika Winkler, Konrad Pristl, Obfrau Brigitta Appel, Adolf Haider, Josef Ofner und Walther Götz.  |  NOEN, Fröschl-Wendt

An Anfang ist es ein Kippen in die eigene Geschichte, wenn die Bäuerin von der harten Arbeit am Hof erzählt. Umso stärker trifft es den Besucher dann, wenn die Erzählungen weitergehen und von einem ganz anderen Verlauf berichten, als dem der eigenen Vorfahren.

Das Südmährische Heimatmuseum Thayaland in Laa hat sich heuer nämlich ein neues Konzept verordnet: Gemeinsam mit Museumspädagoge Sascha Windholz hat die Obfrau des Museumsvereines, Brigitta Appel, Erinnerungstexte zusammengestellt und sie in der alten Weinviertler Mundart von Weinviertlern sprechen und aufzeichnen lassen. Diese Texte sind im Rahmen eines Museumsrundganges von den Besuchern auf Knopfdruck abrufbar, gut versteckt in lebensgroßen Puppen, die in eine Alltagszene eingebaut sind.

Ab 30. April eröffnet

Von der Hausfrau in der Küche, kommt man zur „Ahl“ in der „Ausnahm“, zum Bauern, der von der Arbeit im Dorf berichtet und zum Bürgermeister, der von Festen erzählt. Dann ist plötzlich alles anders, die Stimme eines kleinen Mädchens erzählt aus ihrer Sicht von den Schrecken der Vertreibung und berührt damit zutiefst.

Der vorletzte Raum ist den ehemaligen Südmährer-Dörfern gewidmet, die das Museum Thayaland gemeinsam gegründet hat. Fotos und Erinnerungsstücke an die alten Dörfer zeugen von der unstillbaren Sehnsucht nach dem ersten Zuhause. Im letzten Raum wird die Geschichte der Südmährer vertieft. Eröffnet wird die neue Gestaltung des Südmährer Museums am Samstag, dem 30. April um 10 Uhr.