Erstellt am 07. Januar 2016, 05:03

von Josef Christelli

Niederleiser sollen mobiler werden. Vorerst für zwei Jahre macht die Gemeinde beim Anrufsammeltaxi IST-Mobil mit. Kosten: knapp 6.000 Euro pro Jahr.

Friedliche Gemeinderatssitzung zwei Tage vor Weihnachten. Die Mobilität hat die Zusammenkunft erfordert. SPÖ-Vorsitzender Kurt Fellner, Bürgermeister Leopold Rötzer, ÖVP-Fraktionsführer Vizebürgermeister Leopold Kitir.  |  NOEN, Josef Christelli

Die Mobilität in der Gemeinde ist dem Gemeinderat ein großes Anliegen. Deshalb wurde auch noch zwei Tage vor Weihnachten eine Gemeinderatssitzung einberufen, um den Beitritt zum Mobilitätsprojekt IST-Mobil zu fixieren.

Das IST-Mobil ist ein im Bezirk Korneuburg laufendes Versuchsprojekt, und weil da auch der Bahnhof Ladendorf eine wichtige Rolle spielt, sieht die Gemeinde Niederleis das als Chance, die Mobilität im Ort zu steigern. Vizebürgermeister Leopold Kitir stellte dem Gemeinderat das Projekt in allen Einzelheiten vor.

Ähnlich wie ein Anruf-Sammeltaxi

IST-Mobil funktioniert ähnlich einem Anruf-Sammeltaxi und die Gemeinden müssen nach einem ausgeklügelten System, wo die Größe der Gemeinde und die Finanzkraft eine Rolle spielen, jährlich eine Grundgebühr entrichten, das Land NÖ schießt 46 Prozent der Kosten zu.

Bei Anruf an IST-Mobil und tagsüber kommt innerhalb von 30 Minuten ein Pkw oder ein Bus, die Zentrale in Graz versucht dann auch, gleich mehrere Fahrgäste zu einer Fahrt zusammenzufassen, damit wird die Fahrt für jeden Einzelnen billiger. Auch ein Pendlertarif ist da vorgesehen, wenn mehrere gemeinsam zum Bahnhof oder Arbeitsplatz fahren.

Das Projekt läuft zwei Jahre, Bürgermeister Leopold Rötzer (ÖVP) hat den Gemeinderat zum Mitstimmen eingeladen. Die beiden SPÖ-Gemeinderäte Kurt Fellner und Richard Sagner enthielten sich der Stimme, weil die beiden beruflich bei „Öffis“ wie Bus und Bahn angestellt sind – obwohl das Projekt für die „Öffis“ keine Konkurrenz darstellt. Derzeit machen 17 Gemeinden im Bezirk Korneuburg mit, Ladendorf hat sich dagegen entschieden und wird nicht mitmachen.

Projektstart am 1. April

Die Gemeinde Niederleis will zwei Jahre lang die Frequenz beobachten und dann über ein Weiterbetreiben entscheiden. Projektstart soll am 1. April sein, bis dahin müssen alle Einstiegstellen nach den Wünschen der Niederleiser festgelegt werden. Und vor allem müssen die Gemeindebürger über die neue Möglichkeit informiert werden.

Der Gemeinde wird der Beitritt zu IST-Mobil insgesamt 5.966,40 Euro kosten: „Wir müssen was tun, um die Mobilität zu fördern. Wir werden ja sehen, wie das Angebot angenommen wird“, so der Bürgermeister im Rahmen der Gemeinderatssitzung.