Erstellt am 02. Oktober 2015, 04:02

von Josef Christelli

Nodendorfer rätseln über fünf Stahlhelme. Helme deutscher Soldaten bei Grabungen gefunden. Auf Soldatengräber gibt es allerdings beim Fund keine Hinweise.

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Bei der Kapelle soll eine neue Autobushaltestelle entstehen. Den alten Blechunterstand hatten Ortsvorsteher Reinhard Ebermann und Hannes Schuster vorigen Samstag weggehoben und mit dem Ausgraben des Fundamentes für das neue Wartehäuschen begonnen.

Dabei stießen die beiden Freiwilligen mit ihren Schaufeln auf „Eisen“. Hannes Schuster legte den Eisenfund frei und bald war den Beiden gewiss, dass es sich um Stahlhelme aus dem 2. Weltkrieg handelt.

Warum die fünf Stahlhelme dort in Reih und Glied vergraben waren, weiß niemand wirklich. Noch dazu sehr seicht, also nur wenig mit Erde überdeckt.

Keine „mündliche Überlieferung“ über Vorfall

Der frühere Ortsvorsteher Georg Göstl kann sich erinnern, dass immer von sechs deutschen Soldaten die Rede war, die dort begraben waren: „Auch ein Pfarrer soll dabei gewesen sein“, so Göstl. Die Kriegsgräber wurden in der Nachkriegszeit alle aufgelöst und die gefallenen Soldaten in die Friedhöfe umgebettet, so soll das auch in Nodendorf gewesen sein.

Heimatforscher Gottfried Kitzler eilte auch zur Baustelle, weil Ebermann und Schuster vier Fundstücke ans Heimatmuseum in Niederleis abgeben und einen Helm in Nodendorf aufbewahren wollen. Kitzler kennt auch keine „mündliche Überlieferung“ über einen Vorfall in Nodendorf: „Es waren nur die Helme eingegraben, die Lederinnenteile noch relativ gut erhalten, keine Knochen oder Metallstücke, die auf ein Soldatengrab hinweisen könnten“, so Kitzler zur NÖN.

Auch waren dort einmal Bäume gestanden mit Wurzeln in der Erde und die Helme waren nur etwa 20 Zentimeter unter der Erdoberfläche. So kam eine neue These auf, dass deutsche Soldaten dort ihre Helme zwischen den Bäumen verscharrt haben könnten, um von den Russen nicht als Armeeangehörige erkannt zu werden.