Erstellt am 24. Mai 2016, 08:34

von Michael Pfabigan

Nur drei Gemeinden wurden nicht blau. BP-Wahl: Norbert Hofer holt im Bezirk in 33 von 36 Gemeinden die Mehrheit. Stimmengleichheit in Pillichsdorf.

Grüne Wahlnachbesprechung vor dem Wolkersdorfer Rathaus. Wolkersdorf ist Grün: Werner Wimmer, Iris Strobl, Barbara Rader, Maria Vogt, Rudi Rögner, Bernd Achter, Christian Schrefel, Doris Schwarzenberger und Hannes Schwarzenberger.  |  NOEN, Gregor KobelkoffGregor Kobelkoff

Das Wahlergebnis der Stichwahl zur Bundespräsidentenwahl im Bezirk Mistelbach ist eine klare Sache: FPÖ-Kandidat Norbert Hofer holte sich 33 von 36 Gemeinden und 57,6 Prozent der Stimmen, und bestätigte damit seine klare Favoritenrolle aus dem ersten Wahlgang vor einem Monat.

Nur die Gemeinden Wolkersdorf und Falkenstein konnte Grüne-Kandidat Alexander Van der Bellen für sich gewinnen, in Pillichsdorf ging’s unentschieden aus: Beide Kandidaten bekamen hier exakt die gleiche Stimmenzahl.

„Wir lassen uns nicht unterkriegen. Nach der nächsten Nationalratswahl werden wir den Kanzler stellen!“

FPÖ-Bezirksobmann Michael Bernard

Auch wenn Norbert Hofer das bundesweite Rennen nicht gemacht hat, jubelt FPÖ-Bezirksobmann Michael Bernard: „Es ist das beste Ergebnis, das die FPÖ jemals eingefahren hat!“

Freude bereitet ihm auch das Bezirksergebnis: Die 57,6 Prozent könnten sich auch landesweit sehen lassen, glaubt Bernard. In zahlreichen Gemeinden hatte Hofer um die 70 Prozent der Stimmen holen können, blaue Spitzengemeinde ist Schrattenberg mit 75,5 Prozent.

„Wir lassen uns jetzt nicht unterkriegen, wir werden weiter kämpfen. Und nach der nächsten Nationalratswahl werden wir den Kanzler stellen!“, ist Bernard zuversichtlich. Jetzt wird alle Kraft in den Aufbau von Strukturen für die Gemeinderatswahl 2020 gehen.

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Schrefel: Freude und Enttäuschung 

„Die Erleichterung nach dem langen Zittern ist groß“, gestand Grüne-Bezirkssprecher Christian Schrefel am Montagabend, nachdem feststand, dass Alexander Van der Bellen nächster Bundespräsident wird.

Spontan trafen sich die Grünen zu einer Siegesfeier in Obersdorf, wo sie auch das zweitbeste Sprengelergebnis nördlich der Donau eingefahren hatten. Und sonst? „Ich bin über manches sehr erfreut, manches enttäuscht mich schon sehr“, gesteht Grüne-Bezirkssprecher Christian Schrefel: Dass seine Heimatgemeinde eine von zwei Kommunen mit Van der Bellen-Mehrheit ist, freut ihn. Ärgerlich sei, dass sich in manchen Orten der grüne Trend der letzten Wochen noch gedreht habe.

„Es war wirklich arschknapp!“

Christian Schrefel, Grüne-Bezirkssprecher, Wolkersdorf
 
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Vor allem im Süden des Bezirks seien VdB und seine Grünen nur knapp an der Mehrheit vorbeigeschrammt.

„Man merkt, in welchen Gemeinden eine offene Kultur gepflegt wird!“ Wäre mehr für die Grünen drinnen gewesen? „Ja, wenn sich mehr Schwarze deklariert hätten“, glaubt Schrefel. Das habe man im Raum Wolkersdorf schon gesehen.

Auffallend ist für Schrefel, dass in Gemeinden, in denen es keine oder kaum Flüchtlingsquartiere gibt, der Hofer-Anteil hoch sei: „Es gibt dort keine Flüchtlinge. Deshalb ist die Angst vor ihnen größer, als dort, wo es sie gibt. Das zeigt das Beispiel Obersdorf!“, sagt Schrefel. „Obwohl dort das große Flüchtlingslager ist, haben wir zwei Drittel der Stimmen geholt!“

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Zitiert

„Spannend wie ein Krimi, sodass die Wahl erst am Montag entschieden wurde. Der Sieger Van der Bellen muss ein starker Präsident fürs Österreichische Volk und nicht für seine eigene Gesinnung sein. Wir brauchen Stabilität und Zusammenhalt, aber keine Drohgebärden und Ausgrenzungen!“
Christian Nikodym, SPÖ-Vorsitzender Laa.

„Der neue Bundespräsident hat eine erste zentrale Aufgabe: Er wird im Rahmen seiner Möglichkeiten vor allem bemüht sein müssen, für alle Österreicher da zu sein - auch für die anderen knapp 50 Prozent!“
Alfred Pohl, Bürgermeister von Mistelbach