Erstellt am 02. Dezember 2015, 12:03

von Michael Pfabigan

Nur Regen kann Arbeiten bremsen. Lokalaugenschein auf der A5: B7-neu bei Schrick im Baufinale, im Norden wird bereits die Trasse modelliert.

Der Beginn der Verlängerung bei Schrick: Ab April 2016 soll hier die B7-neu verlaufen, die Agrarwege auf der A5-Seite der Trasse (rechter Bildrand) sind bereits verlegt.  |  NOEN, Michael Pfabigan

Bislang ist das Konzept aufgegangen: In drei von vier Bauabschnitten wird emsig gewerkt, der UVP-Bescheid für die Umfahrung Drasenhofen für das Teilstück zwischen dem Ende der Nordautobahn bei Poysbrunn und der Staatsgrenze liegt vor. Und der Beginn des letzten Bauabschnitts ist nur noch eine Frage der Zeit.

Denn bei der Vergabe dieses Bauloses hatte der Zweitgereihte Einspruch erhoben. Jetzt wird die Sache vom Gericht geklärt. Geht der Streit über die volle Distanz, wird in diesem Abschnitt erst im Frühjahr 2016 begonnen. Dafür laufen die Arbeiten umso eifriger auf der restlichen Trasse: Zwischen Schrick und dem Knoten Kettlasbrunn gehen die Arbeiten an der 90 Meter langen Brücke nördlich von Schrick ins Finale, gleich dahinter wird später dann ein Verkehrskontrollplatz errichtet.

Jene Brücke, die gerade in Bau ist, ist die künftige Brücke für die B7-neu. Daneben werden noch zwei derartige Bauwerke für die eigentliche Autobahn errichtet werden. Und damit der Verkehr dann ab April 2016 auf der neuen Brünner fahren kann, wird der Abschnitt bis zum Knoten Kettlasbrunn schon jetzt asphaltiert.

Beim Knoten Kettlasbrunn, der Nahtstelle mit der Umfahrung Mistelbach, ist die Brücke über die Autobahn fertig. Vorbereitet ist bereits der Platz für die beiden Kreisverkehre links und rechts der A5 - für den Verkehr werden diese aber erst bei Bauende freigegeben - ähnlich wie in Hochleithen beim Bau des ersten Abschnittes der Nordautobahn.

Gleichzeitiger Bau von Windrädern und Autobahn

Für einiges an Planungsaufwand sorgte nördlich von Wilfersdorf der gleichzeitige Bau von Windrädern und Autobahn: „Aber wir haben es geschafft“, sagt Christian Musil, Asfinag-Projektleiter für die Nordautobahn.

Beim Lokalaugenschein mit Asfinag-Geschäftsführer Alexander Walcher staunt dieser über die große Höhe und die Anzahl der Windräder im Weinviertel.

Nördlich von Wilfersdorf muss auch die Landschaft massiv modelliert werden. Stellenweise müssen zwölf Meter Erde aufgeschüttet werden, im Bereich Großkrut musste in einem Bachbecken der Boden ausgetauscht werden - in der weichen Schwemmerde würden die Brückenpfeiler keinen Halt finden.

Auf 1,5 Metern wurde der Boden durch Schotter ersetzt, die Drainagen wurden bis in eine Tiefe von neun Metern versenkt. Bis zum Bau der Brücke wird die bis zu zehn Meter hoch aufgeschüttete Überlast dafür sorgen, dass das Wasser aus dem Boden gedrückt wird.

Gebaut wird auch schon am vorläufigen Bauende in Walterskirchen, der nördliche Teil ist noch in Vergabe.

„Das Zerteilen der Autobahn in vier Baulose hat sich ausgezahlt“, sagt Walcher: Einerseits könnten so auch mittelständische Unternehmen für den Bau mitbieten, zum anderen konnten die Kosten gesenkt werden:

„Die prognostizierten 324 Mio. Euro Baukosten konnten durch die größere Konkurrenz im Bieterverfahren auf 308 Mio. Euro gedrückt werden“, rechnet Walcher vor. Stark vertreten auf der Baustelle sind auch heimische Unternehmen: „Die meisten lokalen Frächter fahren für uns“, weiß Musil: „Nur beim Großgerät mussten wir auf andere Anbieter zurückgreifen. Diese Maschinen gibt es hier nicht!“

Welches Problem ist der Winter für die Bauarbeiten? „Geplant ist eine Weihnachtspause zwischen 22. Dezember und 11. Jänner. Gefrorener Boden ist kein Problem, Schnee in manchen Bereichen ein Sicherheitsrisiko“, sagt Projektleiter Christian Musil: „Ein großes Problem ist aber Regen. Denn wenn die Fahrzeuge nicht in die Baustelle fahren können, geht gar nichts mehr!“