Erstellt am 23. August 2016, 08:23

Fest der Begegnung: "Es gibt viele Vorbehalte!“. Künstlerpaar Kainz lud zum kulinarischen und musikalischen Begegnungsprojekt zwischen Weinviertlern und Flüchtlingen. Letztere nutzten die Gelegenheit.

Gemeinsam kochen, essen, trinken, feiern und so von Fremden zu Freunden werden. Das war eines der Ziele des Projektes „GastgeberInnen“ von Birgit und Peter Kainz im Garten ihres Ateliers. Vernetzten sollten sich dabei nicht nur Österreicher mit Gästen, sondern auch die vielen Gruppen, die verteilt in den Gemeinden für Flüchtlinge sorgen. Schon am Vortag und den ganzen Fest-Vormittag wurde gemeinsam für die vielen zu erwartenden Gäste gekocht, und zwar Gerichte aus beiden Kulturkreisen.

Um der Veranstaltung fröhlichen Festcharakter zu verleihen, wurden verschiedene Musikgruppen eingeladen und auch hier sollte unbekümmerte Vielfalt herrschen: von einem Weinviertler Blech-Ensemble „Weinviertler Satz“ oder der Klassikformation „Trio KlaVIS“, der atemberaubenden Hip-Hop-Gruppe „A to a Whaaat“, Arabischen Klängen der „Salah Ammo – DD Band“ bis zu den international besetzen Musikprojekten aus Enzersdorf, dem „Kontaktchor“ oder der Mini-Band „The Chance“.

„Ziel unseres Tuns im Rahmen des Projektes war eine Verbindung zwischen Bevölkerung und den neu zugezogenen Menschen herzustellen. Dieses Ziel wollten wir einerseits bei den im Vorfeld gemachten Begegnungs-/Erinnerungsfotos, andererseits beim Fest erreichen“, sagen die Organisatoren.

„Beides ist aufgrund massiver Vorbehalte der Bevölkerung nur vereinzelt gelungen. Gelang aber eine Begegnung, war sie sehr, sehr positiv in ihrer Wirkung“, zieht Peter Kainz Bilanz.

Das Unerwartete sei die große Bereitschaft der vielen zugezogenen Familien zur Mitarbeit, in welcher Form auch immer. Auch die Gästezahl von ca. 300 Personen gebe dem Projekt Recht. „Besonders war für uns zu erleben, dass sich die Gäste - dreiviertel Flüchtlinge - untereinander austauschen und sich ihren Bedürfnissen entsprechend wohlfühlen konnten. Unser Stadl und die Arkaden gaben allen einen wohlmeinenden, sicheren Raum. Die Sprache des gemeinsamen Kochens bis hin zu Musik haben sich uns verständigen lassen“, finden Birgit und Peter Kainz.

Das Fest soll aber nicht ein einmaliger Akt gewesen sein: „Birgit und ich werden in Abständen immer wieder im kleineren Rahmen zu Treffen einladen, um so diesen neu zugezogenen Menschen auch eine Stimme im Rahmen von kulturellen und künstlerischen Belangen zu geben. Wie beabsichtigt wird es nicht mehr gelingen, einfach zur Tagesordnung überzugehen“, kündigen die Kainzen an.