Erstellt am 20. Juni 2016, 12:20

von Michael Pfabigan

Öfferl: „Ich mache einfach nur Brot!“. Vor acht Monaten übernahm Georg Öfferl die elterliche Bäckerei und krempelte sie zur Handwerks-Bäckerei um.

Stolz auf Brot und das Handwerk, das dafür notwendig ist: Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Klaus Kaweczka, Lukas Uhl, Jung-Bäcker Georg Öfferl und Wirtschaftskammer-Obmann Kurt Hackl.  |  NOEN, Michael Pfabigan

„Das Bäckersterben ist ja kein Mythos. Früher hab’ ich mir gedacht, das mach’ ich sicher nicht!“ Georg Öfferl, 25 Jahre alt, sah seine Mutter Brigitte immer in der elterlichen Backstube stehen und hatte nur wenig Lust, das Unternehmen einmal zu übernehmen. Stattdessen studierte er Wirtschaft.

Wobei: Er wusste immer, was ihm schmeckt und wie er Brot haben wollte: natürlich und ohne Backmischungen. „Eine Bäckerei kann nur über Qualität funktionieren!“, sagt Öfferl. Also kniete er sich in die Bäckerei: er absolvierte die Meisterschule für Bäcker in Wels und sah sich an, wie das andere Bäcker machen.

Nachahmenswertes fand er da nicht viel. Zurück im eigenen Betrieb krempelte er die Backstube um und verbannte als Erstes die Backmischungen – und musste dabei erst einmal die alt eingesessenen Gesellen vom neuen Bio-Kurs überzeugen.

Seit Georg Öfferl die Rührschüssel in der Backstube übernommen hat, wird Bio-Brot in alter Handwerksqualität erzeugt: „Was in unserem Brot drinnen ist, kommt aus einer Entfernung von maximal 30 Kilometern, mittlerweile werden Weizen und Sonnenblumenkerne von eigenen Vertragsbauern angebaut, der Honig kommt vom Bio-Imker des Vertrauens, die Butter von der Rohmilch. Wir machen einfach nur Brot: Ich tu’ nur Mehl, Wasser und Salz in meine Brote, sonst nix!“, sagt Öfferl.

Jung-Bäcker setzt gezielt auf die Markt-Nischen

Wer sind die Kunden? Natürlich die Gaubitscher. „Wir beliefern keine Supermärkte, das ist nicht unsere Schiene“, sagt Öfferl, der sich ein klares Marketingkonzept erarbeitet hat: Beliefert werden Biomärkte in Wien und Partnerbetriebe im Weinviertel.

Erkennbar sind die Öfferl-Brote übrigens nicht nur am ausgezeichneten Geschmack, sondern auch an der wertigen Spagatbanderole mit Brotansprache – ein Design, das der innovative Bäcker selbst erarbeitet hat. Wie auch die gesamte Designlinie.

Ein Kurs, den der Erfolg bestätigt: Georg Öfferl ist seit nicht mal einem Jahr Herr in der Backstube. Und die Umsätze der Bio-Brote steigen exponentiell: „Wir müssen schon zwei Schichtbetriebe fahren, damit sich alles ausgeht. Ziel sind drei Schichten“, sagt Öfferl.

Nächste Schritte sind der Ausbau der längst zu klein gewordenen Bäckerei und die schrittweise Aufstockung des Personals auf 30 Mitarbeiter. Aber Brot ist nicht alles, denn als Begleitung erarbeitet er mit dem Martinsdorfer Weingut Zuschmann-Schöffmann einen entsprechenden Bio-Wein und auch die in der Region legendäre Knoll-Knacker soll es bald wieder geben.