Erstellt am 13. Mai 2016, 06:24

von Sandra Frank

ÖVP hofft auf eine Trendumkehr. Aufschließungskosten: Bisherige 40-prozentige Förderung ist passé. ÖVP will so Ortskern attraktiver machen.

Karin Gepperth will Förderungen verlagern, um Ortskern zu beleben.  |  NOEN, ÖVP

Es würden nicht mehr so viele Flächen in Bauplätze umgewidmet werden, da der Trend eher in Richtung Ortskernbelebung gehen solle als zur Errichtung von Siedlungen außerhalb des Zentrums, sagte Bürgermeisterin Karin Gepperth in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Damit begründete sie, dass die bisherige Förderung der Aufschließungskosten – immer 40 Prozent der Kosten – gestrichen werden.

Die Opposition hatte damit gar keine Freude: „Wir wollen, dass die Jungen bei uns bleiben und auf einmal gibt‘s keine Förderung mehr? Das ist nicht okay“, ärgerte sich SPÖ-Mandatar Harald Neusser.

Immerhin gebe es diese 40-prozentige Förderung seit er im Gemeinderat sei. „Und wir sind – Gott sei Dank – bisher nicht zugrunde gegangen.“

Doch die Bürgermeisterin wollte die Förderung verlagert wissen. Wer innerhalb von 30 Tagen die vollen Kosten bezahlt, erhält einen Nachlass von zehn Prozent.

Eine andere Variante: Die Aufschließungskosten können in fünf Raten und frei von Zinsen bezahlt werden.

Abschaffung trotz negativer Bevölkerungsentwicklung

Für Erich Mokesch (FPÖ) machte die Verlagerung der Förderung ebenfalls wenig Sinn. Um seine Argumentation zu untermauern, zückte er die Bevölkerungsentwicklung. So hätte Stronsdorf 2001 noch 1.725 Einwohner gehabt, aktuell seien es 1.630.

„Wenn die Entwicklung mit der Förderung schon negativ ist, warum wollen wir es dann jetzt noch schlechter machen?“, warf der Mandatar in die Diskussion ein.

Er ist überzeugt: „Wenn‘s nix gebracht hat, kannst du‘s eh so lassen, weil dann is‘ es ohnehin wuascht.“

VP-Vizebürgermeister Alois Lehner versuchte, den Gedanken der Bürgermeisterin zu erklären: Stronsdorf hätte ein Problem damit, dass die Menschen immer weiter hinausziehen. „Das kostet Geld“, spielte er auf die Infrastruktur an, welche die Gemeinde zur Verfügung stellen müsse.

Mokesch überzeugte dieser Ansatz trotzdem nicht: „Mit diesem System kannst sicher keinen zwingen, im Ortskern zu bauen.“ Er ist überzeugt, wenn es das Ziel ist, Menschen wieder ins Zentrum zu siedeln, dann „muss ich dort den Schlüssel drehen“.

Alte Häuser werden abgebrochen

Genau das sei geplant, tönte es aus den Reihen der ÖVP. Der Ortskern soll Zuzüglern schmackhaft gemacht werden. Darum wurde einen Tagesordnungspunkt später eine Förderung zum Abbruch für alte Häuser beschlossen – einstimmig. „So kann man schon ein deutliches Zeichen setzen, damit wir zu einer Trendumkehr kommen“, hofft die Bürgermeisterin.

Harald Neusser (FPÖ) bestand allerdings darauf, dass jene Käufer, die bei dieser Sitzung einen Bauplatz erstanden haben, von dieser Neuerung noch ausgeschlossen und die alte Förderung erhalten. „Man kann nicht im Nachhinein die Bedingungen ändern.“

Dieser Antrag wurde getrennt von der neuen Förderregelung abgestimmt und einstimmig angenommen. Für das neue Fördersystem stimmte hingegen nur die Mehrheits-Partei, die Freiheitliche und die Sozialdemokraten stimmten dagegen.