Wolkersdorf im Weinviertel

Erstellt am 22. September 2016, 02:37

von Benjamin Schlöglhofer

Umbau soll Cluster ermöglichen. Der Clusterunterricht kommt fix. Die verschränkte Ganztagsschule wackelt noch.

Die Volksschule Wolkersdorf soll so umgebaut werden, dass nach dem Konzept des Clusters unterrichtet werden kann.  |  NÖN, Benjamin Schlöglhofer

Mit dem Umbau der Wolkersdorfer Volksschule soll sich auch am Unterrichtsalltag einiges ändern. Geplant ist, die Räume gemäß der Clusterunterrichtsform anzulegen. Auch die verschränkte Ganztagsschule könnte angeboten werden.

Zu Letzterer fordern die Bürgerliste MIT:uns und die Grünen ein klares Bekenntnis, denn der Bund will das Modell in Zukunft fördern.

Der Clusterunterricht kommt auf jeden Fall. Die nötigen Änderungen bei der Raumaufteilung wurden bei einer von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie bereits untersucht. Die Umbaukosten steigen dadurch nicht unerheblich im Vergleich zu einer klassischen „Gangschule“.

Grund dafür ist, dass die Vorräume der Klassen beim Clusterunterricht größer sind. Drei bis vier Klassen sind um einen Vorraum angesiedelt. Dort gibt es Lese-, Spielecken oder Ähnliches, die während des Unterrichts genutzt werden. Alle Beteiligten halten sehr viel auf das pädagogische Konzept.

Bürgermeisterin Anna Steindl: „Im Zuge der Exkursionen während des Entwicklungsprozesses haben wir auch eine Schule besucht, die das Clustermodell praktiziert. Ich war sehr begeistert von der Dynamik.“

Christian Schrefel von den Grünen fände es wichtig, dass das Modell ganztägig angewendet wird: „So wie das momentan geplant ist, findet der Clusterunterricht am Vormittag statt. Das Konzept ist aber eigentlich ganztägig, kann also nicht g’scheit umgesetzt werden. Das ist alles, aber kein neues Bildungskonzept.“

„Mir ist vor allem wichtig, dass die Eltern die Wahlmöglichkeit haben“

Bürgermeisterin Anna Steindl zur Ganztagsschule

Ungewiss ist hingegen, ob die verschränkte Ganztagsschule kommt. „Wir wollen vorher eine Bedarfserhebung bei den Eltern durchführen“, erklärt die Direktorin der Volksschule, Karin Vicena. Denn wenn bei den Eltern kein Interesse bestehe, werde das Modell auch nicht angeboten.

„Mir ist vor allem wichtig, dass die Eltern die Wahlmöglichkeit haben“, so die Bürgermeisterin dazu. Sie sollen sich zwischen Vormittagsunterricht mit oder ohne anschließender Nachmittagsbetreuung im Hort und verschränkter Ganztagsschule, bei der sich der Unterricht über den ganzen Tag verteilt, entscheiden können. Bei einem „ja“ zur verschränkten Ganztagsschule ist eine Klasse vorgesehen.

Für Johannes Schwarzenberger von MIT:uns ist die freie Wahlmöglichkeit eine Mogelpackung. MIT:uns und die Grünen fordern ein klares Bekenntnis zur verschränkten Ganztagsschule. Studien und Forschung würden es als Modell der Zukunft bestätigen.

Sie fordern, dass die verschränkte Ganztagsschule bereits in die Planung des Umbaus mit einfließt. Gerade beim Clustermodell brauche es separate Räumlichkeiten für die verschränkte Ganztagsschule. Der Unterrichtsalltag unterscheide sich zu sehr vom klassischen Vormittagsunterricht.

Sie verweisen auch auf mögliche Förderungen. Das Bildungsministerium hat nämlich vor kurzem beschlossen, die verschränkte Ganztagsschule verstärkt zu fördern. Schrefel ist überzeugt: „Das wird billiger!“

Im Detail

Clusterunterricht: Statt des konventionellen Frontalunterrichts im Klassenverbund gibt es einen handlungsorientierten Clusterunterricht, in dem jeder Schüler entsprechend seinen Fähigkeiten und seines Ausbildungsstandes unterrichtet wird.