Erstellt am 03. Februar 2016, 05:03

von Michael Pfabigan

Patient fühlt sich ungleich behandelt. Stronsdorfer fühlt sich im Kreis geschickt, Krankenkassa und Klinikum dementieren das.

Mehr Ärzte werden benötigt. Durch das neue Arbeitsgesetz dürfen Spitalsärzte um rund ein Viertel weniger arbeiten als zuvor. Foto: shutterbox.com  |  NOEN, shutterbox.com

"Jeden Tag muss ich in der Zeitung lesen, dass alle Kriegsflüchtlinge, Wirtschaftsflüchtlinge und Schlepper beste medizinische Behandlung bekommen“, klagt ein Stronsdorfer polemisch: „Mir jedoch wurde im Krankenhaus Mistelbach eine Magnetresonanz der linken Schulter verweigert, obwohl ich dem diensthabenden Arzt sagte, dass ich seit zwei Jahren große Schmerzen habe!“

Der Mediziner habe dem Patienten gesagt, dass es eine „schnelle MR“ nicht gebe und die Untersuchung 700 Euro kosten würde, für die dann der Steuerzahler aufkommen müsse: „Ich bin jetzt 62 Jahre und arbeite seit meinem 15. Lebensjahr und habe immer meine Krankenkassenbeiträge gezahlt!“, ärgert sich der Patient.

"Nur auf Wartezeiten hingewiesen"

Beim Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf betont man auf NÖN-Nachfrage, dass alle Patienten gleich behandelt würden. „Allerdings ist klar, dass Untersuchungen, die eigentlich in den niedergelassenen Bereich gehören, auch dort vorgenommen werden sollten!“ Der MR im Klinikum Mistelbach sei primär für die stationären und Notfall-Patienten des Klinikums vorgesehen.

Nur wenn Kapazitäten am Gerät frei seien, könnten auch ambulante Patienten untersucht werden. Und das könne zu Wartezeiten führen, deshalb würden Patienten in solchen Fällen an die niedergelassenen radiologischen Institute verwiesen werden. „Ganz klar wollen wir festhalten, dass eine Untersuchung des Herrn nicht verweigert wurde, sondern nur auf die Wartezeiten auf Grund der Auslastung hingewiesen wurde“, stellt das Landesklinikum klar.

Der Stronsdorfer wartete acht Wochen auf seinen MR-Termin, danach unterzog er sich der entsprechenden Behandlung im Nuhr-Zentrum in Senftenberg: „Die zehn Behandlungen taten mir sehr gut“, erzählt der Stronsdorfer. Da das Institut 70 Kilometer von seinem Wohnort entfernt lag, konnte er für die Fahrten keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Klinser: "Sind an gesetzliche Vorgaben gebunden"

Die 1.400 Kilometer spulte er mit dem Auto ab. Gefrotzelt fühlte er sich dann von der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft, als er um einen Fahrtkostenzuschuss ansuchte - und ganze 80,85 Euro rückerstattet bekam. „Nach telefonischer Rücksprache sagte man mir, dass ich mich im Krankenhaus Mistelbach behandeln lassen hätte sollen. Aber da bin ich ja schon gewesen!“, ärgert sich der Patient.

Man habe den Patienten nicht an das Klinikum Mistelbach, sondern an das Ambulatorium Wiesinger in Mistelbach verwiesen, stellt Daniela Klinser von der SVA Gewerbliche Wirtschaft klar. Natürlich könne der Patient selbst wählen, wer ihn behandeln soll, einen gesetzlichen Anspruch für Kostenersätze gebe es aber nur zur nächstgelegenen Behandlungsstätte. Und die sei in Mistelbach. „Wir sind an die gesetzlichen Vorgaben gebunden!“, sagt Klinser.