Erstellt am 29. Mai 2015, 07:30

von Michael Pfabigan

Ungleicher Kampf. Bischof Erwin Kräutler berichtete über seinen Einsatz gegen ein illegales Staudammprojekt und für die Indios.

Pfingstsymposium der »Bewegung Mitmensch«: Bischof Erwin Kräutler, Barbara Nath-Wieser, Obmann Franz Schneider, Organisator Reinhold Mehling, Maria Loley, Landesrat Karl Wilfing, Bürgermeister Alfred Pohl und Helmut Nagorziansky.  |  NOEN, Michael Pfabigan

Menschen, die etwas zu sagen haben: Solche Gäste lädt die „Bewegung Mitmensch“ zu ihren Pfingstsymposien ein. Heuer, beim 7. Pfingstsymposium war Bischof Erwin Kräutler Gast im vollen Mistelbacher Pfarrsaal.

Preisträger des alternativen Nobelpreises 2010

Der Preisträger des alternativen Nobelpreises 2010 wusste viel zu erzählen: vom Kampf gegen ein Staudammprojekt in Brasilien, von seinem Einsatz für Sonnenkraftwerke. Und von seinem Einsatz als Missionsbischof, der seit 50 Jahren in Brasilien ist, seit 35 Jahren als Bischof.

„Meine zweite Priesterweihe war es, als ich zum ersten Mal von der Militärpolizei niedergeschlagen wurde“, erinnert sich Kräutler. „Es war eines der demütigendsten Erlebnisse: Vor 300 Menschen zusammengeschlagen zu werden. Und die Indios, mit denen ich gegen ein Projekt protestiert hatte, haben geschrien: Lasst unseren Bischof los!“

Die Fragen der Mistelbacher an den gebürtigen Vorarlberger drehten sich dann alle rund um Kräutlers Kampf gegen das Staudammprojekt - und welche Rolle da Europa spielt: „Wer baut denn die Turbinen? Das sind Milliardenprojekte!“ Er habe Vertreter der Firmen zu einem Lokalaugenschein eingeladen: „Die sind alle nicht gekommen, weil sie sonst gesehen hätten, dass hier ein eklatanter Verfassungsbruch geschieht!“

Pateneltern für jungen syrischen Flüchtling 

Von ihrer Arbeit in der Mission berichteten auch Helmut Nagorziansy (Äquator) und Barbara Nath-Wieser, „Bewegung Mitmensch“-Gründerin Maria Loley erzählte über ihren Antrieb, trotz schlechtem Gesundheitszustand weiter Menschen helfen zu wollen und Pfingstymposium-Erfinder Reinhold Mehling sprach von den Aktivitäten der „Bewegung Mitmensch“ in der Flüchtlingshilfe:

„Unser jüngster Flüchtling aus Syrien hat jetzt Pateneltern bekommen“, berichtete Mehling. Ein kinderloses Paar, das immer gern Kinder gehabt hätte, hätte den Syrier quasi adoptiert und kümmere sich intensiv um ihn.