Erstellt am 16. März 2016, 05:04

von Michael Pfabigan

Post in Gaweinstal schließt ihre Filiale. E-Mails, Online-Überweisungen: Die Filiale in Gaweinstal ist defizitär, eine Trendwende bei Postsendungen und Bankgeschäften nicht erkennbar. Aus droht Ende April.

Die Post in Gaweinstal ist nach 2010 wieder auf der Schließungsliste. Jetzt, sechs Jahre nach Einrichtung eines Post-BAWAG-Kompetenzzentrums, wird sie nicht mehr zu retten sein.  |  NOEN, Michael Pfabigan

Vor sechs Jahren konnten die Gaweinstaler dank politischer Intervention und Unterschriftenaktion zur Rettung der Filiale die Schließung der Post im Ort noch verhindern, heute deutete die Post Bürgermeister Richard Schober an, dass all das jetzt auch nichts mehr nützen wird: Ende Jänner wurde das Prüfungsverfahren für die Filiale eingeleitet, nach drei Monaten, das wäre mit Ende April, könnte sie geschlossen werden.

Richtig wirtschaftlich war die Post in Gaweinstal schon die letzten Jahre nicht. 2010 versuchte man die Rettung: Der damalige SPÖ-Nationalrat Hubert Kuzdas – er war beruflich früher bei Postbus tätig und kannte die maßgeblichen Personen – legte die Bahn: Die Post setzte in Gaweinstal ihr neues Konzept um und bot, wie auch in Zentralorten, Post- und BAWAG-Dienstleistungen in einem gemeinsamen Kompetenzzentrum an.

Trend zur Online-Überweisung und E-Mail

„In den letzten Jahren hat sich die Filiale negativ entwickelt“, sagt Post-Sprecher Michael Homola: „Und es gibt auch nicht die Hoffnung, dass in absehbarer Zeit mehr Post aufgegeben wird!“ Geht es nach der Post, dann soll die Post-Versorgung der Region Gaweinstal durch einen neuen Postpartner erfolgen. Derzeit sei man, gemeinsam mit der Gemeinde, intensiv auf der Suche nach einem Unternehmen, das diese Aufgaben übernehmen könnte.

Warum ist das Kompetenzzentrums-Konzept gescheitert? „Es ist nicht gescheitert, es ist nur in Gaweinstal nicht aufgegangen“, sagt Homola. An anderen Standorten funktioniere es ja auch. Gaweinstal habe nur den allgemeinen Trend im Postwesen mitgemacht: Alleine von 2014 auf 2015 hat sich die Zahl der Briefsendungen um vier Prozent verringert.

Diese rasante Entwicklung – in den vergangenen vier Jahren seien die Rückgänge massiver gewesen als davor – hätte man bei der Post so nicht vorausgesehen: „Der Trend geht zu Online-Überweisungen und E-Mail“, sagt Homola.

Bürgermeister Richard Schober ist für die Gemeinde derzeit auf intensiver Suche nach einem potenziellen Postpartner. Große Protestaktionen sind nicht geplant, die Signale aus der Post AG zu den Schließungsplänen seien diesmal ganz klar gewesen.

Die nächste Post-Filiale gibt es in Mistelbach, in Bad Pirawarth gibt es einen Postpartner.


Die Post im Ort

1564 wurde die erste Poststation in Gaunersdorf gegründet.

1818: Einrichtung des Postamtes. Die erste Postmeisterin hieß Anna Friedrich.

2010: Die Schließung der Post konnte gerade noch einmal abgewendet werden.