Poysdorf

Erstellt am 13. Oktober 2016, 05:00

von Werner Kraus

Parisch-Eck: Ampel laut Experten nicht möglich. Fünfstrahlige Kreuzung verhindert sinnvolle Lösung. Aufklärung soll Unfälle verhindern.

 |  Werner Kraus

20.000 Kfz und rund 3.107 Lkw pro Tag ist eine Verkehrsdichte, die den Fluss der Fahrzeuge durch Poysdorf nahezu täglich zum Erliegen bringt. „Wir sind dank der Staus ständig im Radio und damit derzeit wohl der bekannteste Ort in ganz Niederösterreich“, sagt Bürgermeister Thomas Grießl.

LKW vor Schutzweg als Problem

Aber zum Glück werde bereits eifrig gebaut, um in etwas mehr als einem Jahr die Verkehrsfreigabe der Nordautobahn bis Poysbrunn zu erhalten. „Das Fatale bei uns ist, dass die schweren Unfälle der letzten Zeit an den Schutzwegen nicht durch überhöhte Geschwindigkeit, sondern durch knapp vor den Zebrastreifen stehende Lkws geschehen sind“, sagt der Bürgermeister.

Der Lkw steht vor dem Schutzweg, der Fußgänger meint, er „zischt“ noch schnell drüber, ist im toten Winkel und schon ist es passiert. „Hier ist extrem wichtig, dass der Fußgänger immer Sichtkontakt mit dem Lkw-Fahrer aufnimmt, um so auch für Selbstschutz zu sorgen. Ampel können wir in Poysdorf keine mehr gebrauchen“, so Grießl.

Neben den Engstellen, wo zwei Lkws im Gegenverkehr nicht fahren können, sind die vier Ampeln durch Poysdorf zusätzliche Staubringer. Bei der Unfallstelle im Bereich Wienerstraße-Hindenburgstraße-Bahnstraße, besser als das Parisch-Eck bekannt, ist auch keine ampelgeregelte Kreuzung möglich, weil hier mit Bahnstraße und Hötzendorfstraße auf der westlichen Seite eine zweistrahlige Kreuzung hereinkommt.

30 km/h-Beschränkung eingeführt

Das macht das Eck insgesamt zu einer fünfstrahligen Kreuzung. Wenn man jetzt die Hötzendorfstraße sperrt und nur die Bahnstraße öffnet, ist diese Straße für eine Kreuzung zu weit versetzt. Die Bahnstraße muss aber Hauptzufahrt bleiben, da dies die Straße für Traktoren und Lkws zum Lagerhaus ist.

Andererseits müsste man teilweise den Prinz Eugen Park zerstören, um die beiden Straßen zusammenzuführen. „Durch Poysdorf wurde sowieso auch eine 30 km/h-Beschränkung zu Schulzeiten und für Lkws auch in der Nacht eingeführt, um Gefahren herauszunehmen“, betont der Bürgermeister. Unmittelbar nach dem Unfall wurde auch wieder eine Überprüfung durch die Verkehrsbehörde der BH Mistelbach durchgeführt.

„Haifischzähne“ als Verbesserungsmaßnahme

Als Verbesserungsmaßnahme werden nun „Haifischzähne“ markiert, die bei „Stop-and-Go-Verkehr“ als neue Anhaltemarkierung dienen.

Zusätzlich wird es vor dem Schutzweg eine Sperrlinie geben. Diese soll das Überholen auf dem Schutzweg verhindern, das ist aber natürlich sowieso verboten. Bewusstseinsbildung über die Gefahren ist unbedingt notwendig. In den nächsten Tagen werden Broschüren vom Kuratorium für Verkehrssicherheit an die Schulen und Obmänner der Seniorenbünde übergeben.