Erstellt am 15. Januar 2016, 05:03

von Susanne Bauer

Raika schließt Filiale. Mit 1. April verliert Großharras sein letztes Geld- institut. „Aus wirtschaftlichen Gründen“, sagt Obmann Georg Uhl.

Die Geschäftsleitung informierte über die Filialschließung in Großharras: Geschäftsführer Otto Weichselbaum, Obmann Georg Uhl, Geschäftsführer Werner Kraft.  |  NOEN, privat

Ein- und Auszahlungen sowie Überweisungen, das waren die häufigsten Gründe, warum Kunden eine Bankfiliale besuchten. Das hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Internet-Banking ist für viele bereits zur Selbstverständlichkeit geworden, bringt aber mit sich, dass kleine Bankfilialen in den Ortschaften geschlossen werden.

Am 1. April wird die Raiffeisen Bankstelle Großharras mit dem neu gestalteten Standort im wenige Kilometer entfernten Stronsdorf zusammengelegt. „Die Gemeinde Großharras plant einen Neubau des Gemeindehauses, in dem sich auch unsere Bankstelle befindet.

"Müssen Kräfte bündeln, um erfolgreich zu sein"

Das würde auch für uns zusätzliche Investitionen bedeuten, die wir aus wirtschaftlichen Gründen nicht verantworten können“, erzählt Obmann Georg Uhl im Gespräch mit der NÖN. „Eine intensive Analyse unserer Bankstruktur und das niedrige Zinsniveau haben uns gezeigt, dass wir unsere Kräfte bündeln müssen, um auch in Zukunft erfolgreich sein zu können“, versuchen die Geschäftsleiter Werner Kraft und Otto Weichselbaum die Filialschließung in Großharras zu begründen.

Bürgermeister Josef Windpassinger ist über die Schließung nicht erfreut und kann das Argument des Internet-Bankings nicht wirklich nachvollziehen. Er betont: „Gerade in unserem Gemeindegebiet leben viele ältere Personen, die weder PC noch Handy haben“, und setzt wehmütig fort: „Somit geht eine alte, über 100-jährige Tradition der Raiffeisen-Bankfiliale in Großharras zu Ende, worüber ich nicht glücklich bin.“

Franz Widl, der die Großharraser Bankstelle seit 1997 betreut, freut sich auf die neue Aufgabe und hofft, dass die Kunden dann auch in die Filiale Stronsdorf kommen. Alle übrigen Bankstellen der Raiffeisenbank Laa – Wulzeshofen, Zwingendorf, Unterstinkenbrunn und Gaubitsch – bleiben weiterhin geöffnet. Allerdings nur mehr mit einem Schalteröffnungstag, berichtet Weichselbaum und betont abschließend: „Damit können wir garantieren, dass die Arbeitsplätze der Mitarbeiter erhalten bleiben.“