Erstellt am 13. April 2016, 05:04

von Michael Pfabigan

Rath: "Vorgehen bei Bezirks-stellenleiter-Wahl war ein Witz!". Rotkreuz-Mitglied Helmut Rath sieht demokratische Grundsätze beim Wahlablauf nicht erfüllt.

Anstellen zur Wahl: Der Urnengang rund um die Bezirksstellenleiterwahl beim Roten Kreuz glich mehr einem Tohuwabohu, denn einem geordneten Wahlvorgang, meinen Kritiker.  |  NOEN, zVg

„Ich hab‘ den Wahlvorgang mit Kollegen besprochen, die haben das auch als Witz empfunden!“ Helmut Rath, inaktives Rotkreuz-Mitglied, reichte eine Wahlanfechtung zur vorwöchigen Wahl des Bezirksstellenleiters des Roten Kreuzes ein: Die Wahl sei alles andere als korrekt und geheim abgelaufen, kritisiert er.

"Geheime Wahl war nicht möglich"

Seine Kritikpunkte: Es gab keine Wahlzellen, eine geheime Wahl sei somit nicht möglich gewesen. Und: Bei der Stimmabgabe wurde nicht mitgeschrieben, wer schon gewählt hatte und wer nicht: „Da gab es eine lange Schlange, in der man sich zur Wahl angestellt hat, und zwei Urnen. Und keinen, der überprüft hat, wer schon gewählt hat“, sagt Rath.

Weitere Kritikpunkte am Wahlvorgang: Der neu gewählte Bezirksstellenleiter Clemens Hickl war selbst in der Wahlkommission und auch die Anwesenheit bei der Sitzung wurde nicht kontrolliert. „Es war ein ständiges Kommen und Gehen“, erzählen Rotkreuzler, die ebenfalls bei der Wahl im Mehrzwecksaal des Landesklinikums waren.

Rath: "Bin ein Vertreter der Gerechtigkeit"

Warum hat Rath seine Beschwerden nicht gleich bei der Wahl vorgebracht? „Das ist mir erst am Tag danach gekommen, dass die Vorgangsweise nicht ganz richtig war“, sagt er. Und: „Ich bin ein Vertreter der Gerechtigkeit, ich zeige alles auf, was nicht richtig zu sein scheint!“

Raths Einspruch schlossen sich einige Rotkreuz-Mitglieder an, manche störten sich nicht an der Wahlabwicklung. „Das Ergebnis mit zwei Drittel der Stimmen für Hickl war nicht knapp. Außerdem stimmten die Zahl der abgegeben Stimmzettel und die der registrierten Anwesenden überein“, sagt ein anderer Besucher der Wahl. Und wenn jemand ein Bedürfnis nach blickfreiem Ausfüllen des Wahlzettels gehabt hätte, dann hätte er vor den Versammlungssaal gehen können. Zudem habe das gewählte Prozedere mitgeholfen, den Wahlablauf auf das notwendige Maß zu verkürzen.

Rotkreuz-Bezirksgeschäftsführer Werner Nassek bestätigt den Einspruch, will sich zum laufenden Verfahren aber nicht äußern. Der Ball liegt jetzt beim Wahlausschuss, der über den Einspruch in erster Instanz entscheiden wird. Beim Roten Kreuz geht man davon aus, dass der Einwand abgewiesen wird.


Im Gespräch mit Clemens Hickl: „Wir warten ab“

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NÖN: Die Bezirksstellenleiter-Wahl wurde angefochten. Lief sie anders ab als früher?

Clemens Hickl: Wir haben es genau so gemacht, wie in den Jahren zuvor auch. Nur, dass diesmal halt 200 und nicht nur 80 Leute da waren.

Lief alles korrekt ab?
Hickl: Ich hab‘ die Wahlordnung mehrfach durchgelesen, es steht kein Wort von einer Wahlzelle drinnen.

Wie geht’s weiter?
Hickl: Wir warten das Einspruchsverfahren ab.