Erstellt am 12. Februar 2016, 05:03

von Werner Kraus

Registrierkassenpflicht : Aufruhr bei Winzern. Viele Winzer und Weinbauern befürchten große Schwierigkeiten durch die Einführung der neuen Kassen.

Werden derartige Vereinsstände bei den Weinfesten geschlossen bleiben oder schafft der Finanzminister noch eine brauchbare Lösung? Im Bild: Werner Hauser, Johann Ebinger, Gerhard Walek, Robert Schodl, Margit Matzka, Karl Neustifter.  |  NOEN, Werner Kraus

„Es geht nicht grundsätzlich gegen die Registrierkasse, aber die Durchführung ist - wie derzeit geplant - für einen Verein beim Winzerfest unmöglich“, betont Weinbauvereinsobmann Johann Ebinger.

Die Wogen gehen in Poysdorf hoch. In den letzten 25 Jahren wurde rund um den Wein ein sanfter Tourismus aufgebaut. „Möchte der Staat nun alles durch seine Überregulierungen umbringen?“, kommt harsche Kritik aus den Reihen der Touristiker. „Wir sind zwölf Winzer, die gemeinsam den Poysdorfstand beim Winzerfest betreiben.

Wir haben täglich einen Kassasturz gemacht und jeder Winzer stellte dann seine Rechnung über den verkauften Wein“, erläutert Winzerin Margit Matzka. „Jetzt brauchen wir entweder zwölf Registrierkassen, wo in jede Kasse für einen Winzer der verkaufte Wein eingetippt wird, oder wir müssen einen gemeinsamen Handelsbetrieb mit Gastrokonzession anmelden. So kann einfach nicht zusammengearbeitet werden“, so Bezirksweinbauverbandsobmann Gerhard Walek.

"Viele Leute werden sich das nicht mehr antun"

Auch Kollegen aus der Region würden unter solchen Bedingungen nicht mehr beim Winzerfest mitmachen, berichteteKarl Neustifter. Das Winzerfest lebe auch von der Winzertradition, die durch das Fehlen der Winzerschaft und ihren Weinen verloren geht.

„Das bringt auch der Gastronomie etwas. Es kommen alle Tage andere bürokratische Probleme auf uns zu. Wir können gerne auf die Einnahmen aus diesen Festen verzichten. Viele Leute werden sich das nicht mehr antun“, so Werner Hause. Auch er überlegt, ob er in Zukunft noch einen offenen Keller machen wird.

„Ich möchte nicht als Verbrecher hingestellt werden, nur weil mich vielleicht jemand anzeigt, dass ich ihm keinen Bon gegeben habe.“ Laut dem Winzer Robert Schodl sei hier nun die Politik gefragt, um adäquate Lösungen zu liefern. Schodl befürchtet, dass ohne Feste auch der Tourismus und die Gäste ausbleiben würden.

Des Weiteren befürchtet der Winzer, dass durch das Wegschmeißen der Bons, die ja dann jedem Gast ausgeteilt werden müssten, eine „Vermüllung der Kellergasse“ entstehen würde.