Erstellt am 21. Januar 2016, 06:03

von Gerhard Brey

Sachs wird verkauft. Durch die vielen neuen Vorschriften und die kurze Saison, die das Sachs hat, rentiert sich der Betrieb kaum mehr. / Das halbe Weinviertel verbindet Erinnerungen an die eigene Jugend mit der Disco Sachs in Altlichtenwarth.

Peter und Gabriela Sachs mit Tochter Sarah wollen ihr Leben auf neue Ziele ausrichten und die „Sachs Disco“ in Altlichtenwarth an einen tüchtigen Nachfolger verkaufen.  |  NOEN, Gerhard Brey

Das halbe Weinviertel verbindet Erinnerungen an die eigene Jugend mit der Disco Sachs in Altlichtenwarth. Viele machten dort ihre ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht und auch die ersten Tanzschritte hat man oftmals dort gewagt. Doch so einen Betrieb zu führen, ist in den letzten Jahren immer mühsamer geworden und die Arbeitszeiten sind auch nicht gerade familienfreundlich.

Peter und Gabriela Sachs haben sich deshalb entschlossen, den Betrieb zu verkaufen.

"Saison geht nur von September bis Mai"

Peter Sachs: „Unsere Saison geht derzeit nur von September bis Anfang Mai. Da fangen dann wieder die unzähligen Feste von Vereinen an und unsere Gäste bleiben weg. Dabei haben wir die Disco nur an Samstagen oder vor Feiertagen geöffnet, die Bar allerdings ist jeden Donnerstag und Freitag in Betrieb.

Das rechnet sich nicht wirklich, zumal unzählige Auflagen und Verordnungen den laufenden Betrieb so verteuern, dass er droht, unrentabel zu werden. Man kann in der kurzen Saison einfach nicht so viel verdienen, dass es sich übers Jahr auch vernünftig ausgeht. Im Moment ist ein neues Kassensystem vorgeschrieben, das die Küche, sieben Bars, die Disco, die Eingangskontrolle und die Garderobe ebenso wie das Bedienungspersonal unter einen Hut bringen muss und das auch für ein Stressgeschäft geeignet sein soll.

Das rechnet sich unmöglich für unsere Öffnungstage. Dann ist da auch noch der barrierefreie Zugang, dem seit 2016 nur bei wirtschaftlicher Unzumutbarkeit oder Denkmalschutz nachgesehen wird und der von Privatpersonen eingeklagt werden könnte. Dass bei uns die Energiekosten, Heizung, AKM, extra Müllabfuhr, Versicherungen ebenfalls nicht unerhebliche Beträge ausmachen, nimmt auch Lust und Laune.“

So ist es also kein Wunder, wenn Familie Sachs im Moment einen Käufer für ihre Diskothek sucht, weil sie einfach so nicht mehr weitermachen will und ihr Leben auf andere Ziele ausrichten möchte.

„Mit den Jahren wird man ein wenig verdrossen und auch mürbe, da ständig neue Verordnungen, Vorschriften, Ausnahmen für Vereine, unzählige Rechnungen, zu leistende Steuern und Abgaben auf Dauer die Freude am Unternehmertum zum Erliegen bringen,“ so das Ehepaar unisono.