Neudorf bei Staatz

Erstellt am 25. Juli 2016, 08:59

von Ingrid Fröschl-Wendt

Schloss Kirchstetten als Sanatorium: Oper wurde geprobt. Schon beim Eingang hängen rote Kreuze und Blutstropfen. Den Weg in den Maulpertschsaal im 2. Stock begleiten hunderte Pulverl-Schachteln, im Zwischenstock wird ein Wartezimmer imitiert. Schloss Kirchstetten ist ein Sanatorium geworden.

Auch wenn es noch eine Probe ist, macht Zuschauen bereits großes Vergnügen. Im Sanatorium Schloss Kirchstetten spielen Milos Bulajic, Mark Zimmermann, Leszeck Solarski und Rodica Vica.  |  Ingrid Fröschl-Wendt

Nein, das ist kein Schlussstrich fürs Klassikfestival, sondern Regisseur Csaba Nemedi verlegt Donizettis komische Oper „Don Pasquale“ kurzerhand in ein Sanatorium und so wird das gesamte Schloss zum Krankenhaus, um die Besucher schon beim Betreten einzustimmen.

Stück scheint bereits gut zu sitzen

A propos einstimmen, das haben die Sänger nicht mehr nötig. Seit wenigen Tagen wird bereits im Schloss geprobt, nach wochenlangen Proben in Wien ist die gesamte Produktion nun aufs Land gezogen.

Das ist es auch, was Regisseur Nemedi zu der Idee des Sanatoriums inspiriert hat. Früher zog man sich auf Land zurück, um auszuspannen, zu kuren. Kirchstetten in der tiefsten Provinz passt bestens in dieses Bild. Don Pasquale, der Titelheld der Oper ist nicht nur der Besitzer des Sanatoriums sondern zugleich auch sein bester Gast. Er quält dabei seinen armen Neffen Ernesto, einen einfachen Krankenpfleger, mit einem Zwang zur reichen Heirat.

Doch Oberarzt Doktor Malatesta, äußerst gewitzt, versteht es, den alten Griesgram und Geizkragen  mithilfe der schönen Schwesternschülerin Norina, in die Ernesto eigentlich verliebt ist, zu überlisten.

Bei einer der ersten Proben im Schloss scheint alles schon gut zu sitzen. Noch wird allein mit einem Korrepetitor gespielt, die Sänger singen zum Teil verhalten, damit ihre Stimmen bis zum großen Premiereabend am 28. Juli nicht erschöpft sind und Hooman Khalatbari, der musikalische Leiter unterbricht nur mehr ganz selten, um zum Beispiel einen Einsatz zu korrigieren.

Was schon durchblitzt, ist der Humor des Stückes. Der eitel einfältige Don Pasquale, der einfach danach schreit, überlistet zu werden, die verführerische Norina, die ihm bald auf der Nase herumtanzt.

Auch wenn vielleicht noch nicht alles perfekt ist, es ist bereits jetzt ein Vergnügen, zuzusehen.

Infos

Premiere ist am 30. Juli, um 20 Uhr

Gespielt wird bis zum 14 August,

Karten gibt es bei allen Ö-Ticket Verkaufsstellen.