Erstellt am 27. April 2016, 05:04

von Michael Pfabigan

Schnell, bequem und modern. Landesrat Wilfing testete die Schnellbahn, Pendler drängen auf Streckenausbau.

Eric Schmidt aus Großkrut pendelt jeden Tag mit der S2, die Cityjet-Garnituren findet er toll. Im Bild mit Landesrat Karl Wifing, Siemens-Direktor Franz Proksch und ÖBB-Regionalmanager Michael Elsner.  |  NOEN, Michael Pfabigan

Seit Mitte Februar fahren auf der Schnellbahn S2 zwischen Wolkersdorf und Wien die neuen Cityjet-Garnituren.

„Der neue ÖBB Cityjet ist ein Paradestück der Modernität im öffentlichen Verkehr. Die neuen Nahverkehrsfahrzeuge bringen mehr Komfort durch bequeme Sitze, Tische und auch Kleinigkeiten wie eine abgestimmte Innenbeleuchtung und Steckdosen fürs Smartphone, das Tablet und das Notebook“, schwärmt Verkehrslandesrat Karl Wilfing bei einer Testfahrt mit der Bahn:

„Der Cityjet soll eine rundum angenehme Erfahrung sein. Das Feedback der Pendler im Zug hat gezeigt, dass sie die neuen Fahrzeuge sehr schätzen und die Zufriedenheit mit diesem Angebot sehr groß ist. Damit sind unsere gemeinsamen Bemühungen voll aufgegangen.“

„Es wäre notwendig einen zusätzlichen
Kreuzungspunkt im Bereich
Niederkreuzstetten zu planen"
Karl Mechtler, Obmann der
Ladendorfer Pendlerinitiative

Mit dem ÖBB Cityjet habe man „ein sehr modernes Fahrzeug, das sich Kunden im modernen Nahverkehr wünschen“, so ÖBB-Regionalmanager Michael Elsner. Der ÖBB Cityjet ist ein dreiteiliges Elektrotriebfahrzeug und bietet durch Niederflureinstiege einen barrierefreien Zugang, verstellbare Sitze mit Armlehnen und Fußstützen, eine auf die Sitzpositionen abgestimmte LED-Beleuchtung, Fahrgastinformationsanzeigen in Echtzeit, Steckdosen und getönte Scheiben.

Ein hoher Wirkungsgrad der Antriebsanlage, elektrodynamisches regeneratives Bremsen mit Energierückspeisung und ölfreie Kompressoren sorgen für einen effizienten und ressourcenschonenden Bahnbetrieb. Mit dem schnelleren Cityjet wären jetzt wieder mehr Halte an der Schnellbahn möglich. Die Pendler hoffen, dass damit auch wieder Haltestellen bedient werden, die in den vergangenen Jahren aus den Fahrplänen der schnelleren Züge gestrichen wurden.

Zweigleisiger Ausbau der S2 notwendig

„Langfristig wird kein Weg am zweigleisigen Ausbau der Bahn bis Mistelbach vorbeiführen“, sagt Karl Mechtler, Obmann der Ladendorfer Pendlerinitiative LPI: „Dieser Ausbau muss ins Landesverkehrskonzept 2030 aufgenommen werden!“ Bei der Verkehrsplanung müsse man in größeren Zeiträumen denken.

Und im Zuge dieses Ausbaus sollen auch gleich alle Langsamfahrstellen beseitigt werden, damit der Verkehr auf der S2 beschleunigt werden kann: „Alleine eine Zeitersparnis von fünf Minuten bringt dem Pendler eine Stunde mehr Freizeit pro Woche!“

Der Bedarf dafür sei schon jetzt da: Die Region entlang der Schnellbahn dürfe sich über regen Zuzug freuen, insofern müsse man auch den Pendlern das entsprechende Angebot bieten. Ein regelmäßiger Dreißig-Minuten-Takt sei da wünschenswert.

Wie sieht es mit der Pünktlichkeit auf der S2 aus? „Im Februar war es besser, im März wieder schlechter“, weiß Pendlervertreter Karl Mechtler.


Im Detail

In Niederösterreich und Wien werden von der ÖBB 31 Cityjets in der S-Bahnversion mit 244 Sitzplätzen und 35 in der Regionalbahnversion mit 259 Sitzplätzen pro Zug beschafft.

Ab Dezember 2015 werden von den ÖBB monatlich bis zu fünf Züge übernommen und in den Dienst gestellt. Im Jänner 2018 soll der vorläufig letzte Zug an die ÖBB gehen