Erstellt am 03. September 2015, 09:27

von Michael Pfabigan

Sechs Kilo geballter Nitsch. Die Monographie"Nitsch" über Aktionskünstler Hermann Nitsch wurde in seinem Museum als opus maximus präsentiert. Für Nitsch braucht es eine Fortsetzung.

Nitsch mit dem neuen Nitsch: An seinem 77. Geburtstag wurde die Monographie „Nitsch“ im Nitsch-Museum vorgestellt: 968 Seiten stark und sechs Kilo schwer ist die Momentaufnahme zum Gesamtschaffen des Aktionskünstlers.  |  NOEN, Michael Pfabigan

Eigentlich ist es eine Nitschpedia: Am 29. August, am 77. Geburtstag von Aktionskünstler Hermann Nitsch, wurde die sechs Kilo schwere und knapp 1.000 Seiten dicke Monographie „Nitsch“ im Mistelbacher Nitsch Museum präsentiert.

„Es ist eine Zusammenfassung. Wer sich für mein Werk interessiert, der kann darin herumblättern“, kommentierte Nitsch das opus maximum über sein Lebenswerk. Also ein finales Buchprojekt? „Bei der Arbeit daran hab ich gemerkt, was ich noch zu tun habe“, sieht Nitsch die sechs Kilo hochwertiger Info nur als Momentaufnahme: Die Letztfassung seines Sechs-Tage-Spiels in Prinzendorf fehle noch: „Was ich bisher geboten habe, waren Ansätze!“ Geht es nach Nitsch, findet das nächste Sechs-Tage-Spiel in zwei Jahren statt.

In der Region verwurzelter Global Player

Also kein abschließendes Werk? „Einen Abschluss machen immer nur die Kritiker und die Schreiber. Ein Künstler, der glaubt, sein Werk ist vollendet, der kennt sich nicht!“, sagt Nitsch voll Tatendrang.

„Nitsch war nie einer, der etwas gemacht hat, nur um beliebt zu sein“, sagte Landesrätin Barbara Schwarz. Aber was bedeutet es für das Land NÖ, dass ein Weltkünstler wie Nitsch in Niederösterreich lebt und arbeitet? „Wir sind stolz darauf, dass er hier arbeitet. Obwohl er ein global player ist, ist er in der Region verwurzelt und liebt es, regionale Produkte zu genießen!“ Nitsch gehöre einfach zu uns.

Die Arbeiten am Buch zogen sich über drei Jahre, Basis sind die Aufzeichnungen des Nitsch-Archives, das von Künstlergattin Rita Nitsch über die Jahre gesammelt wurde. Größte Herausforderung: die Datenmenge an Bildern und Texten in 968 Seiten zu pressen.

Filmhof-Chef Michael Rosenberg las zur Präsentation Auszüge aus den inhaltsschweren Texten.