Erstellt am 15. Juni 2016, 05:00

von Josef Christelli

Sind Windräder „Todesstoß“?. Der Windpark Gnadendorf-Stronsdorf geht in die nächste Runde. Bürgerinitiative fordert indes Bevölkerung mit Flugblatt zu weiterer Unterstützung auf.

 |  NOEN, zvg

Die Bürgerinitiative gegen den Windpark Gnadendorf-Stronsdorf meldete sich jüngst mit einem Flugblatt bei der Bevölkerung: Ferdinand Weinschenk hat diesmal die Initiative übernommen und ein langes Schreiben verfasst, in dem er die Bürger aufruft, die Bürgerinitiative (BI) zu unterstützen.

Weinschenk erklärt, dass die BI die unberührte Landschaft nördlich des Buschberges schützen will und bezeichnet das Gebiet als das Wohnzimmer der Bewohner. „Was würden Sie tun, wenn heute jemand an Ihrer Türe läutet und Ihnen sagt: Ich brauche Ihr Wohnzimmer und Ihren Garten, weil es gibt jetzt tolle Generatoren, die viel günstigen Strom erzeugen können (...) – davon stelle ich Ihnen acht Stück in Wohnzimmer und Garten – und natürlich bekommen Sie „viel“ Geld dafür“, heißt es in dem Schreiben.

„Es werden nur sechs Anlagen in Gnadendorf 
und zwei in Stronsdorf gebaut und um keine mehr!“
Manfred Schulz, Bürgermeister Gnadendorf


Außerdem hätte eine neuerliche Nachforschung ergeben, dass vorerst „acht Anlagen gebaut werden“. Aber es bestehe bereits ein Plan, dass der Windpark auf 24 Anlagen erweitert werden soll. Das dementiert aber Gnadendorfs Bürgermeister Manfred Schulz: „Es werden nur sechs Anlagen in Gnadendorf und zwei in Stronsdorf gebaut und um keine mehr“, alles andere sei Unsinn.

„Wir dürfen dem Tourismus und dem, was in den letzten 30 Jahren auf diesem Gebiet geleistet wurde, nicht in den Rücken fallen“, führt Weinschenk aus. Sollte der Naturpark Leiser Berge von Windrädern eingekreist werden, wäre das der Todesstoß für diese reizvolle Landschaft rund um den Buschberg.

Umweltverträglichkeits-Verhandlungen in Juni

Die BI hat stets betont, dass der Buschberg als Ausflugsziel und die Gegend rund um Gnadendorf-Stronsdorf, die derzeit noch ein Rückzugsgebiet für Ruhesuchende ist, damit zerstört werden: „Wir, der Kulturbund Weinviertel, der Österreichische Alpenverein und die Bürgerinitiative gegen den Windpark Gnadendorf-Stronsdorf bitten Sie daher dringend um Ihre Unterstützung !“, hofft die BI auf weitere Unterstützung.

Am 21. und 22. Juni werden die Umweltverträglichkeits-Verhandlungen im Gemeindesaal Gnadendorf stattfinden. Die Bevölkerung hat die Möglichkeit ihre Fragen von Experten beantworten zu lassen, obwohl normalerweise nur Personen mit Parteienstellung berechtigt wären.