Erstellt am 17. Mai 2017, 05:00

von Michaela Höberth

Ribisch: „Bei Sperre ginge Funktion verloren“. Die FPÖ fordert zum Schutz vor Vandalen eine Sperre des neuen Bahnübergangs in den Nachtstunden. Für die ÖVP keine Lösung.

Manfred Steiner, FPÖ: „Warnen vor Vandalenakten.“ (li). Brigitte Ribisch, ÖVP: „Sehe Bürger als mündig an.“ (re)  |  Archiv

Inoffiziell wurde der neue Skywalk, der gläserne Übergang am Laaer Bahnhof, bereits eröffnet. „Ich bekomme viele Selfies und Fotos von Leuten, die von dem Bauwerk begeistert sind“, freut sich VP-Bürgermeisterin Brigitte Ribisch über positives Feedback. Für sie ist klar: Der Skywalk ist viel mehr als eine Gleisüberführung für Fußgänger und Radfahrer.

"Kellerhügel nahtlos an Stadt angeschlossen"

„Er ist eine Attraktion. Außerdem wurde damit erreicht, dass der Kellerhügel nahtlos an die Stadt angeschlossen wird.“ Und die Stadt habe damit ein sichtbares Zeichen gesetzt: „Für die ÖBB, das Land und den Bund. Hier muss es weitergehen“, hofft Ribisch, dass bald ein zweigleisiger Ausbau erfolgt und damit ein besseres Angebot für die Laaer und die Touristen geschaffen werden kann.

Die FPÖ sah das Projekt von Anfang an skeptisch. Ganz abgesehen von den Errichtungskosten, die laut FP-Obmann Manfred Steiner bei 500.000 Euro liegen, kämen nun hohe Betriebskosten auf die Stadt zu. „Die Liftwartung und die Schneeräumung sind dabei nur Beispiele. Die Haftung liegt bei der Gemeinde“, mahnt er. Hinzu kommt, dass der Skywalk gerade prädestiniert für Vandalenakte sei.

„Ganz in der Nähe des Skywalks liegt das Bahnhofsmagazin, dessen Gäste schon öfter eine Spur der Verwüstung hinterlassen haben.“Manfred Steiner, FPÖ

„Wir haben schon vor dem Skywalk mehr Kontrollen gefordert und fordern sie jetzt umso mehr. Ganz in der Nähe des Skywalks liegt das Bahnhofsmagazin, dessen Gäste schon öfter eine Spur der Verwüstung hinterlassen haben“, so Steiner. Für ihn liegt die Lösung auf der Hand: Der Skywalk soll nach dem letzten Zug geschlossen und erst vor dem ersten Zug wieder geöffnet werden.

„Damit ginge eine zentrale Funktion verloren“, so Ribisch. Den Bewohnern des Kellerhügels solle der Übergang ja auch in den Nachtstunden zur Verfügung stehen. „Außerdem bräuchte ich dann jemanden, der immer auf- und zusperrt“, erinnert sie. Für sie steht fest: Ein Pauschalurteil ist unangemessen. „Ich sehe die Menschen als mündig an und vertraue ihnen. Die Betreiber des Magazins werden zu Kontrollen angehalten, aber eine Sperre kommt für mich so ohne Weiteres nicht infrage“, betont Ribisch.

Zudem stehe sie dazu, dass sich die Stadt an der Erhaltung beteilige. Im Gemeinderat wurden jährliche Investitionen von 19.000 Euro beschlossen, wobei wöchentliche Kontrollen der Lifte und ein Notfalldienst exkludiert sind. „Wir haben hier sorgfältig verhandelt, beteiligen uns aber gerne. Das ist mir die Anbindung des Kellerhügels an die Stadt allemal wert.“

Umfrage beendet

  • Skywalk Laa: Toll oder Protzprojekt?