Wolkersdorf im Weinviertel

Erstellt am 28. Juli 2016, 05:00

von Benjamin Schlöglhofer

Wenn Hilfe ankommt. Der Verein „Soma Wolkersdorf“ hat sich zum Ziel gesetzt, den Ärmsten in der Stadtgemeinde unter die Arme zu greifen.

Iris Uschi, Gemeinderätin Karin Winkler und ihre Nichte Laura Ferlic gehören zu den 20 Freiwilligen, die den Verein betreiben.  |  Benjamin Schlöglhofer

Mittwoch kurz vor 15 Uhr: Eine Gruppe von Leuten steht in einer Warteschlange vor einem kleinen Geschäft. Die Tür wird aufgesperrt und eine Frau begrüßt die Ansammlung herzlich. Beim Eintreten wird von den Wartenden genau auf die Reihenfolge geachtet. Die vorderen Plätze sind die begehrtesten, denn wer als Erstes in den Sozialmarkt, kurz „Soma“-Wolkersdorf, kann, hat die größte Auswahl an Waren.

Freiwillige halten bei Soma alles am Laufen

Soma ist ein Verein, der Spenden in Form von Naturalien erhält und diese an bedürftige Menschen zu sehr günstigen Preisen weitergibt. Dementsprechend begrenzt sind Auswahl und Menge der Produkte. „Wir werden von vielen Betrieben aus der Umgebung unterstützt, zum Beispiel Manner und Kuchenpeter“, erzählt Obfrau-Stellvertreterin Iris Uschi.

20 Freiwillige halten Projekt am Laufen

Die Leute würden Lebensmittel zu leistbaren Preisen bekommen. Am Laufen gehalten wird das Ganze von 20 Freiwilligen. Sie holen die Lebensmittel ab, bedienen während der Öffnungszeiten die Kunden und vieles mehr. Bis zu 50 Kunden nutzen zwei Mal pro Woche das Angebot. Um maximal 30 Euro wöchentlich dürfen sie einkaufen. Das wird mit einem Einkaufspass kontrolliert. Dieser wird von der Gemeinde Wolkersdorf nur an Personen ausgegeben, die so wenig verdienen, dass sie armutsgefährdet sind.

"Weniger Produkte sinnlos wegwerfen"

Initiatorin des Projekts ist Bürgermeisterin Anna Steindl. Damit wollte sie den Schwächsten in ihrer Gemeinde unter die Arme greifen. „Ein Nebeneffekt ist auch, dass weniger Produkte sinnlos weggeworfen werden“, erklärt sie. Dementsprechend verständlich ist das Motto des Vereins: „Verteilen statt vernichten.“

Ein Wolkersdorfer kauft bei Soma ein, seit der Verein vor sechs Jahren gegründet wurde. Im kleinen „Soma Café“ neben den eigentlichen Geschäftsräumen trinkt er eine Melange und erzählt seine Lebensgeschichte. Vor zehn Jahren wurde der 55-Jährige arbeitslos. „Es ist unmöglich, etwas in diesem Alter zu finden“, sagt er. Mittlerweile erhalte er Invalidenpension.

"Bin sehr dankbar"

Knapp sei es trotzdem. Hier gebe es zwar nicht immer alles, aber: „Ich komme damit aus. Ich kaufe fast immer nur hier ein.“ Und: „Ich bin sehr dankbar, dass all die Freiwilligen den Soma ermöglichen“, lobt er die Einrichtung.