Wolkersdorf im Weinviertel

Erstellt am 10. August 2016, 02:49

von Benjamin Schlöglhofer

„Es ist spannend, weil sich so viel tut!“. Wolkersdorfs Bürgermeisterin Anna Steindl über Sand im Getriebe und ihre Zukunftspläne mit der Stadtgemeinde.

Bürgermeisterin Anna Steindl sieht Wolkersdorfs Zukunft in Nachhaltigkeit und vielen Serviceleistungen.  |  NÖN, Benjamin Schlöglhofer

NÖN: Sie touren gerade durch Wolkersdorf und seine Katastralgemeinden. Sind Sie zufrieden mit den Ergebnissen der Aktion „Unsere Bürgermeisterin unterwegs“?
Anna Steindl: Sehr. Ich komme mit vielen Menschen zusammen. Das taugt mir. Ich bin in meinem Element. Es wird viel darüber diskutiert, wie sich Wolkersdorf entwickeln soll.

MIT:uns und WUI werfen Ihnen ja vor, dass Sie an Bürgerbeteiligung kein Interesse hätten.
Das ist aus der Luft gegriffen. Bei dem Projekt „neue Volksschule“ hatten wir beispielsweise Informationsveranstaltungen, Diskussionsabende und haben Fragebögen verteilt. Alleine daran sieht man, dass es nicht so ist. Man muss dann aber auch den Mut haben, Entscheidungen zu treffen.

Die Opposition kritisiert auch Ihren Führungsstil. Er sei autoritär.
Wenn man eine Stadt verantwortungsvoll führen will, muss man sich die Meinungen anhören, aber auch bei Zeiten handeln. Bei der Volksschule würde trödeln Unterricht in Containern bedeuten. Das ist nicht meine Lösung.

Wie empfinden Sie die Arbeit im Gemeinderat momentan?
Die Bürgerliste MIT:uns und die Grünen sind wie ständiger Sand im Getriebe. Die Aufsichtsbeschwerde bei der Bezirkshauptmannschaft wegen vermeintlicher formeller Fehler bei einer Gemeinderatssitzung vor Kurzem, das ist anstrengend und ressourcenbindend. Da fragen mich die Leut‘ dann immer: Anni, wie hältst du das aus? Ich würde mir für die Arbeit im Gemeinderat wünschen, dass Lösungen gefunden und nicht Probleme gesucht werden.

Und wie zufrieden sind Sie mit dem Wolkersdorfer ÖVP-Team an Ihrer Seite?
Wir sind eine gute Truppe mit vielen Kompetenzen. Besonders freut mich, dass heuer wieder eine Junge ÖVP gegründet wurde. Das ist für mich ein gutes Zeichen. Sie sind durchschnittlich 20 Jahre alt und engagierte Leute. Außerdem bekommen wir ja statt Gemeinderat Jürgen Maier, der sein Mandat zurückgelegt hat, Josef Siebenhandel, den Straßenmeister in Wolkersdorf. Er ist ausgezeichnet vernetzt.

Das Amt der Bürgermeisterin ist trotz „Sand im Getriebe“ für Sie nach wie vor reizvoll?
Natürlich, schon sachpolitisch ist Wolkersdorf spannend, weil sich so viel tut.

Was haben Sie in naher Zukunft mit der Stadt vor?
Ein Schwerpunkt wird leistbares Wohnen sein. In nächster Zeit werden zwei große Bauprojekte umgesetzt, am Platz der Generationen und in den Gammgründen.

Und wo wird sich die Stadt Wolkersdorf langfristig hin entwickeln?
Zu einer „Smart City“, die nachhaltig denkt und arbeitet und außerdem wirtschaftlich stark ist.

Im Detail

Der Wolkersdorfer Gemeinderat:

  • ÖVP: 15 Sitze
  • MIT:uns: 6
  • Wolkersdorfer Umweltinitiative: 4
  • SPÖ: 3
  • FPÖ: 1

Die NÖN lädt in den Sommerwochen die Chefs der Wolkersdorfer Parteien zu Gesprächen ein.