Erstellt am 24. Mai 2017, 03:00

Vision Poysdorf 2025: Erst die Lücken füllen. Matthias Hartmann und Johannes Berthold brachten Beispiele, wie andere Gemeinden mit dem Thema Innenraumverdichtung in Ortskernen umgehen.

Die Visionsgruppe Poysdorf hatte zum Thema „Innenentwicklung und Flächenverbrauch in der Großgemeinde“ in den Stadl von Wolfgang Rieder in die Brunngasse eingeladen. Kurt Glock konnte dazu drei Referenten begrüßen, die ihre Projekte vorstellten.

"Leerstände minimieren, um Ortskerne zu optimieren"

Johannes Berthold, HAK-Direktor und Geschäftsführender Gemeinderat in Gaweinstal, berichtete aus seiner Heimatgemeinde Gaweinstal über die Leitplanung zur A 5, aber auch die Entwicklung von Gaweinstal als leicht erreichbaren Ort an der Nordautobahn. 2025 wird mit 4.000 Einwohnern gerechnet. Um hier Wohnraum zu schaffen, soll die verdichtete Bauweise gefördert und die Neuwidmung von Flächen ressourcenschonend erst als letzte Option umgesetzt werden. Leerstände zu minimieren lautet die Devise, um Ortskerne zu optimieren. So stehen in den sechs Katastralgemeinden 71 Leerstandsobjekte zur Verfügung.

Bürgermeister Matthias Hartmann aus Unterstinkenbrunn hat seine Bachelorarbeit zum Thema Leerstand geschrieben. Seit 2011 konnte in seiner Gemeinde der Leerstand um 40 Prozent hauptsächlich durch bewusstseinsbildende Maßnahmen verringert werden. Jeder Gemeinderat ist hier aktiv dabei. Geholfen hat auch der 500-Euro-Bonus für Unterstinkenbrunner, die einen neuen Hauptwohnsitzer bringen und ihm dafür eine Wohnung anbieten.

"Muss nicht immer Verkauf sein"

„Die Leerstandsdatenbank hat uns auch wieder junge Familien in die Gemeinde gebracht“, betonte Hartmann, der in diesem Bereich auch eng mit den Bürgermeisterkollegen im Land um Laa zusammenarbeitet. Sein Wunsch ist, dass der verdichtete Wohnbau durch Siedlungsgenossenschaften auch stärker in kleineren Dörfern möglich wird.

Johannes Rieder zeigte auf, dass in der Großgemeinde Poysdorf 250 leer stehende Häuser und rund 700 freie Flächen vorhanden sind, sodass eigentlich locker Bauland zur Verfügung stehen könnte, wenn die Besitzer hier mithelfen, um vor allem auch jungen Menschen wieder die innerörtliche Hausstandsgründung zu ermöglichen. „Die Menschen werden die Kostbarkeit eines idyllischen Innenhofes wieder erkennen“, hob Rieder hervor.

Künftig wird sich Poysdorf mit der Idee einer Leerstandsdatenbank näher auseinandersetzen, um Wohnungs- und Bauplatzsuchenden Hinweise über Leerstandsflächen im Ortsgebiet zu bieten. „Es muss auch nicht immer Verkauf sein, oft ist auch Vermieten eine Möglichkeit, um Leerstände zu verringern“, hob Bürgermeister Thomas Grießl hervor.