Erstellt am 13. Januar 2016, 06:03

von Michael Pfabigan

Stinkendes Attentat: Buttersäure in fremdes Haus gekippt. Unbekannter kippte einem Wolkersdorfer Buttersäure durch ein offenes Fenster ins Wohnzimmer.

Ein Polizeiauto der österreichischen Polizei. Fahrzeug der Polizei  |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)

Schock für einen Wolkersdorfer am Donnerstagmorgen. Während er sein straßenseitiges Wohnzimmer lüften wollte, schüttete ihm ein Unbekannter Buttersäure in den Raum.

„Diese Säure frisst sich in alles hinein“, erzählt der Wolkersdorfer: „Ich habe eine Fachfirma aus Wien kommen lassen. Die sagt, dass man das Zimmer nur noch entkernen kann!“ Sprich: Den Boden rausreißen und die Wand abschlagen. Die Firma habe mit solchen Attacken Erfahrung. Solche Buttersäureanschläge kämen im Wiener Rotlichtmilieu öfters vor, sagten die Mitarbeiter der Fachfirma. Am Land hätten sie so etwas aber noch nicht erlebt.

Vergiftungserscheinungen aber keine Langzeitschäden

Der Wolkersdorfer und seine Frau dachten anfangs nicht an Gesundheitsgefährdung, als es im Zimmer bestialisch stank. Die Folgen des Einatmens merkte seine Gattin erst, als sie mit der Schnellbahn in die Arbeit fuhr und sich mit Vergiftungserscheinungen übergeben musste. Im AKH konnten die Ärzte zumindest Entwarnung hinsichtlich etwaiger Langzeitfolgen geben: Die Symptome sollten nach ein paar Tagen abklingen.

Weiß der Wolkersdorfer, wer der Täter sein könnte? „Ich habe einen Verdacht“, sagt er. Ein Mann habe vor Weihnachten, ebenfalls beim Lüften, interessiert das Wohnzimmer ausgekundschaftet. Das habe er auch der Polizei gesagt, als diese den Anschlag aufnahm „Der Gestank ist so stark, dass sich ein Beamter sogar geweigert hat, in den Raum zu gehen“, erzählt der Wolkersdorfer: „Er hatte Angst, dass er sich dann übergeben müsste!“

Wie geht es jetzt weiter? Sollte der Täter nicht gefunden werden, sodass sich der Wolkersdorfer mit Regressansprüchen an ihn wenden kann, wird er vermutlich auf dem Schaden sitzenbleiben.

Er hat zwar eine Versicherung, die bei Vandalismus zahlen würde – allerdings müsste der bei einem Einbruch geschehen sein. Und das war in diesem Fall nicht gegeben.