Erstellt am 07. Oktober 2015, 06:02

von Susanne Bauer

Erfundene Spendenaktion: Betrüger aufgesessen. Ein verschuldeter Selbstständiger versuchte fehlendes Geld durch eine erfundene Spendenaktion zu bekommen und scheiterte kläglich.

Bürgermeisterin Karin Gepperth bestand auf sofortige Entscheidung.  |  NOEN, zVg

Glück im Unglück hatte Bürgermeisterin Karin Gepperth, als sie offensichtlich einem Spendenbetrüger auf den Leim ging. Bereits im Mai dieses Jahres meldet sich der mutmaßliche Spendensammler per E-mail bei vielen Gemeinden, unter anderem auch bei der Gemeinde Stronsdorf, um seine besondere„Aktion für elternlose Flüchtlingskinder“ vorzustellen und dabei um Spenden zu bitten.

Demzufolge würde er von Juni bis August bei einer Radtour ca. 10.000 Kilometer durch Österreich fahren, interessierte Gemeinden besuchen und dabei um eine Mindestspende von 50 € bitten. Diese Aktion werde er auch medial in einem Blog und auf Facebook bewerben. Die Stronsdorfer Bürgermeisterin war von dieser Sache begeistert, da einfachst geholfen werden konnte, sagte dem Radfahrer zu und freute sich auf seinen Besuch. Die Gemeinderäte, die sie von dieser Aktion informierte, gaben das OK, dass dieser Mindestbetrag ohne Weiteres auf 100 € aufgestockt werden könne. Der Mann schickte dann auch mehrere E-Mails, in denen er seinen Tourenplan und weitere Infos mitschickte.

Steuerschulden aus früherer Selbstständigkeit

Laut diesem Plan startete er am 29.6. in Aschbach und kündigte seinen Besuch für 7.7. in Stronsdorf an. Als der Spendensammler dann wirklich kam, wurde mit ihm geplaudert und ein medienwirksames Foto mit Bürgermeisterin, Kindern und Eltern mit dessen Fotoapparat gemacht. Die Spende wollte ihm Gepperth in bar übergeben, doch das lehnte er ab. Also wurde ihm ein Überweisungsformular der Gemeinde ausgehändigt, welches er bei jeder Bank einlösen könne.

Ein paar Tage später meldete sich der Radfahrer noch einmal per E-Mail, um sich für die Spende zu bedanken und teilte mit, dass er auch ein Buch über seine Radfahr-Spendenaktion schreiben würde und bot auch einen Bildervortrag an. Eine Tageszeitung berichtete nun von dieser Aktion, aber auch, dass der Spendensammler Steuerschulden aus einer früheren Selbstständigkeit hätte, und sich mittlerweile in der Justizanstalt Klagenfurt befinde. Im Zuge der Ermittlungen konnte keine ordnungsgemäße Verwendung der Spendengelder nachgewiesen werden. Vor ein paar Tagen meldete sich der Journalist der Tageszeitung bei der Bürgermeisterin und erzählte ihr, dass die Gemeinde offensichtlich einem Betrüger aufgesessen sei.

Kein finanzieller Schaden für Gemeinde

Doch finanzieller Schaden ist der Gemeinde nicht entstanden: „Nach Durchsicht der Konten stellten wir fest, dass zum Glück der Scheck über 100 € nicht eingelöst wurde“, ist die Bürgermeisterin erleichtert. Sie wollte sich beim Polizeiposten in Laa erkundigen, doch dort wusste man nichts von diesem Betrug. Detail am Rande: Im Internet findet man noch einige ältere Artikel über die Spenden-Radfahr-Aktion des Kärntners, aber auf Facebook ist kein Eintrag mehr ersichtlich.