Erstellt am 30. Oktober 2015, 05:02

von Susanne Bauer

Ja zu Flüchtlingen, Vorläufiges Nein zu Straßenbau. Weil nur ein Angebot für Sanierungsarbeiten vorlag, wurde die Vergabe der Arbeiten verschoben.

 |  NOEN, APA (AFP)

Die Gemeinde will eine Flüchtlingsfamilie aufnehmen - das wurde in der vergangenen Sitzung beschlossen. Die leer stehenden Räumlichkeiten der ehemaligen Polizeistation, welche sich im 1. Stock des Gemeindeamtes befinden, wollen die Gemeindevertreter für eine Flüchtlingsfamilie ohne Asylstatus als Wohnung zur Verfügung stellen.

Informationsabend geplant

Damit möchte die Gemeinde dem Durchgriffsrecht des Bundes zuvorkommen und die Quote von 1,5 Prozent der Einwohner erfüllen. Für eine einfache Einrichtung wurden bereits gebrauchte Möbel, Matratzen und ein Ofen gespendet.

Diese Gegenstände stehen schon jetzt zur Verwendung bereit. Die Räume von rund 100 Quadratmetern bleiben wie sie sind, sie sollen nicht verändert werden. Gemeinsam mit der Caritas und der Flüchtlingshilfe Laa sowie mit den Gemeinden aus dem Land um Laa soll die weitere Betreuung koordiniert werden.

Um anfallende Fragen der Bevölkerung zu beantworten, wird es vorab einen Informationsabend geben. Angedacht ist, diesen im Rahmen des Bürgergesprächs abzuhalten. „Wir werden eine Familie anfordern, aber mehrere Einzelpersonen ablehnen“, versprach Bürgermeisterin Karin Gepperth.

Vergabe von Straßenbauarbeiten verschoben

Im Gemeinderat wurde dann mit 15 Stimmen und zwei Enthaltungen für das Flüchtlingsbetreuungsprojekt gestimmt.

Während hier großteils Einigkeit herrschte, musste die Vergabe von Straßenbauarbeiten in der Siedlung in Oberschoderlee verschoben werden. Da bei der Vergabe nur ein Anbot in Höhe von 114.851 Euro vorlag, forderte Gemeinderat Erich Mokesch (FPÖ) vehement ein gesetzlich vorgeschriebenes zweites Anbot.

Auch die SPÖ wollte ein zweites Angebot für die Arbeiten, der Punkt wurde daher verschoben. Nun werden sich diese dringend fälligen Arbeiten, die bereits für Jänner/Februar 2016 – sofern es die Witterung erlaubt hätte – geplant waren, verzögern, befürchtet Gemeinderat Josef Bischinger.