Erstellt am 26. November 2015, 05:33

von Werner Kraus

Ende 2018 ist realistisch. Der UVP-Bescheid zum Abschnitt Poysdorf bis zur Staatsgrenze ist da. Bürgermeister Reinhard Künzl hofft, dass Gegner auf Proforma-Einsprüche verzichten.

Der UVP-Bescheid für die Umfahrung Drasenhofen ist da: Landesrat Karl Wilfing, Bürgermeister Reinhard Künzl, Vizebürgermeister Herbert Pech und Staatssekretär Harald Mahrer.  |  NOEN, Michael Pfabigan

„Wir sind sehr froh, dass seitens des Verkehrsministeriums der UVP-Bescheid für die Umfahrung Drasenhofen erlassen wurde. Damit ist es jetzt amtlich, dass der Bau der Umfahrung in Gang kommt, es gibt klare und fixe Fristen für den weiteren Ablauf“, betont Bürgermeister Reinhard Künzl (ÖVP), nachdem er Post aus dem Verkehrsministerium bekommen hatte.

Auch Landesrat Karl Wilfing sieht den UVP-Bescheid als einen wichtigen Schritt nach vorne. Jetzt sind Land und Bezirkshauptmannschaft mit Wasserrecht und Naturschutzbescheiden an der Reihe. „Hier hat aber das Land schon mehrmals gezeigt, dass rasch und kompetent vorgegangen wird“, sagt Wilfing.

Der Bescheid liegt in den Gemeinden Drasenhofen, Poysdorf, Ottenthal und Wildendürnbach zur Einsicht auf. Ottenthal und Wildendürnbach sind deshalb mit dabei, weil hier die Ableitung der Winterwässer über dieses Gemeindegebiet erfolgen soll.

Appell an Gegner-Aktivisten

Landesrat Karl Wilfing und Bürgermeister Reinhard Künzl appellieren jetzt an alle Gegner-Aktivisten, auf Proforma-Einsprüche zu verzichten, um den Bau nicht zu verzögern. „Wenn eine Autobahn erlaubt ist, dann ist auch eine Umfahrung von Drasenhofen erlaubt, daher ist es wichtig, dass nicht Proforma-Einsprüche zu unnötigen Verfahren führen“, sagt Künzl.

Das Verkehrsministerium hatte rasch gehandelt und ist sechs Wochen vor der zugesagten Fertigstellung zum Jahresende mit dem Bescheid herausgekommen. Die Umfahrung von Drasenhofen muss spätestens ein Jahr nach Fertigstellung der Autobahn bis Poysbrunn Ende 2017 fertig sein. Ende 2018 ist für die Umfahrung derzeit realistisch machbar, um auch die Bevölkerung von Drasenhofen von der Verkehrslawine zu entlasten. Wenn das Verfahren weiter gut läuft, wird es Mitte 2016 zur Ausschreibung kommen und dann kann ab 2017 an der rund 8,5 Kilometer langen Umfahrung gearbeitet werden.

Geplant sind im Bereich Drasenhofen zwei Halbanschlüsse. Im Bereich der derzeitigen Abfahrt nach Steinebrunn wird es einen Kreisverkehr und eine Auffahrt in Richtung Poysdorf geben. Im Bereich des Gewerbegebietes von Drasenhofen dann eine Auffahrt in Richtung Grenze. Und: Es wurde so geplant und es wird so gebaut, dass, sobald Tschechien seine Strecke Brünn-Grenze vierspurig ausgebaut hat, eine zweite Fahrspur neben die Umfahrung gelegt werden kann, damit die Nordautobahn bis zur Grenze verlängert werden kann.

Wann das sein wird, ist allerdings noch offen. Und für die Drasenhofener Nebensache.