Erstellt am 24. November 2015, 18:26

von Michael Pfabigan

Meilenstein beim Autobahnbau. Seit der Vorwoche liegt der UVP-Bescheid für die Umfahrung Drasenhofen vor, die Bauarbeiten an der A5 zwischen Schrick und Poysbrunn laufen auf Hochtouren.

 |  NOEN, Michael Pfabigan
Seit der Vorwoche liegt der Bescheid zur Umweltverträglichkeitsprüfung für die Umfahrung Drasenhofen vor: Damit hat die ASFINAG im nördlichen Weinviertel einen weiteren Meilenstein zur Umsetzung dieses wichtigen Infrastrukturprojektes erreicht. „Die Umfahrung Drasenhofen ist zusätzlich zur A 5 zwischen Schrick und Poysbrunn ein weiterer Schritt zur Entlastung der Ortschaften und Gemeinden“, sagt Alexander Walcher, Geschäftsführer der ASFINAG Bau Management GmbH, „durch die Verlagerung des Durchzugsverkehrs erfahren die rund 1.700 Einwohner eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität.“ 50 Millionen Euro investiert die ASFINAG in diese Ortsumfahrung.



Mit der Umfahrung Drasenhofen setzt die ASFINAG den ersten von zwei Projektschritten des Ausbaus der A 5 bis zur Staatsgrenze um. Dieser fünf Kilometer lange Abschnitt liegt bereits auf jener Trasse, die später zur A 5 bis zur Staatsgrenze ausgebaut werden kann. Walcher: „Noch im November erfolgt die Einreichung zum Wasserrecht und im Dezember jene zur naturschutzrechtlichen Bewilligung und vorbehaltlich etwaiger Einsprüche, starten wir im Jahr 2017, noch vor der Verkehrsfreigabe des A 5 Abschnittes Schrick bis Poysbrunn, mit dem Bau der Umfahrung Drasenhofen.“

Die Umfahrung Drasenhofen & die A 5 zwischen Schrick und Poysbrunn

Beide Projekte, der A 5 Abschnitt Schrick bis Poysbrunn und die Umfahrung Drasenhofen, bringen zwei entscheidende Vorteile:  weniger Verkehr auf der stark belasteten B 7 und damit eine spürbare Reduzierung der Lärm- und Luftschadstoffemissionen für die anrainenden Gemeinden und Ortschaften.

Die Umfahrung Drasenhofen wird insgesamt fünf Kilometer lang sein. Miterrichtet wird eine Auf- und Ausfahrt Richtung Wien – Drasenhofen West. Die ampel- und kreuzungsfreie Errichtung der Umfahrung stellt sicher, dass vor allem der Schwerverkehr aus dem Gemeindegebiet von Drasenhofen abgezogen wird. Das reduziert spürbar den Lärm und verbessert die Luftqualität für die rund 1.700 Einwohner. Zu den Baukosten von 50 Millionen Euro, die von der ASFINAG investiert werden, steuert das Land Niederösterreich rund 4,5 Millionen bei. Den Betrieb der Umfahrung Drasenhofen übernimmt das Land Niederösterreich.

Die bauliche Ausführung der A 5 zwischen Schrick und Poysbrunn – jeweils zwei Fahrspuren auf zwei Richtungsfahrbahnen, mittels Betonleitwänden voneinander getrennt – ist der Garant dafür, dass schwere Frontalzusammenstöße und deren Folgen vermieden werden. Nach dem Baustart im April ist 2016 die gesamte A 5 zwischen Schrick und Poysbrunn im Bau. Die neue Autobahntrasse umfasst fünf Anschlussstellen.

Insgesamt 45 Brücken – davon 16 reine Autobahnbrücken – werden zahlreiche querende Landstraßen überspannen. Für die 10.000 direkten Anrainer bringt die neue A 5 mehr Lebensqualität. Alleine südlich von Poysdorf wird sie bis zu zwei Drittel des Schwerverkehrs aus den Gemeinden abziehen. Auch wirtschaftlich bringt die neue A 5 Vorteile. Durch die bessere Anbindung des nördlichen Weinviertels an die „Vienna Region“, erfolgt eine Belebung der regionalen Wirtschaft. Die ASFINAG investiert in die 25 neuen Autobahnkilometer rund 308 Millionen Euro. Derzeit wird auf drei von vier Bauabschnitten gebaut, der letzte ist noch in Vergabe, wird momentan aber durch einen Einspruch im Vergabeverfahren gebremst. Spätester erwartbarer Baubeginn im letzten Abschnitt: Frühjahr 2016. Auf das Fertigstellungsziel Ende 2017 soll das keinen Einfluss haben.

Kosteneinsparung bei der A 5 Schrick bis Poysbrunn

Die Verkehrsfreigabe der neuen A 5 Nord/Weinviertel Autobahn zwischen Schrick und Poysbrunn ist für Ende 2017 geplant. Schon jetzt ist es der ASFINAG gelungen, die geplanten Baukosten von ursprünglich 324 Millionen Euro auf rund 308 Millionen Euro zu reduzieren. Die Senkung der Kosten um derzeit rund 16 Millionen Euro ist auf die Teilung der A 5 in vier große Bauabschnitte zurück zu führen, die auch separat vergeben wurden. Damit hat die ASFINAG den Wettbewerb angeregt.

Vertrauen ist gut – Kontrolle macht sicher – der neue Verkehrskontrollplatz auf der A 5

Zur Reduktion von Unfällen mit falsch beladenen, überladenen oder gar schlecht ausgerüsteten Lkws, errichtet die ASFINAG auf der neuen A 5 nördlich von Schrick einen modernen Verkehrs-Kontrollplatz. Auf rund 15.000 Quadratmeter können 39 Lkws zeitgleich einer Rund-Um-Kontrolle unterzogen werden. Eine moderne Fahrzeug-Prüfhalle sowie eine Lkw-Wiegeeinrichtung und ein überdachter Kontrollbereich stehen ebenfalls zur Verfügung.

Bundesweit gibt es derzeit 13 moderne Verkehrs-Kontrollplätze. Zukünftig soll jeder Haupt-Verkehrs-Weg des hochrangigen Straßennetzes über solche Kontrollplätze verfügen. Bis zum Jahr 2020 sollen noch weitere drei dazu kommen.

ASFINAG setzt auf Anrainer- und Umweltschutz

Für die ASFINAG gilt: modernste Infrastruktur und hoher Anrainer- und Umweltschutz müssen im Einklang sein. Für den Schutz der Anwohner und der Natur investiert die ASFINAG in den Weiterbau der A 5 zwischen Schrick und Poysbrunn rund 25 Prozent der Gesamt-Projekt-Kosten. Umwelt- und Anrainer-Schutzmaßnahmen sind unter anderem:
•             Rund 18.500 Quadratmeter Lärmschutzwände
•             Rund 1.500 Lärmschutzfenster
•             Rund 110 Hektar ökologische Ausgleichs-Maßnahmen
•             Rund 50.000 Laufmeter Wildschutz-Zäune
•             Mehr als 30 Tierquerungs-Möglichkeiten

Ausbau der A 5 bis zur Staatsgrenze

Mit der Umfahrung Drasenhofen setzt die ASFINAG die erste von insgesamt zwei Ausbau-Stufen der A 5 Richtung tschechischer Grenze um. Die Realisierung der Fertigstellung der Weinviertel Autobahn bis zur Grenze (Vollausbau), steht in Abhängigkeit zum tschechischen Autobahnprojekt R52 und der Verkehrsentwicklung.