Erstellt am 23. Dezember 2015, 04:13

Vergnügen, aber bitte nicht ohne „Ernst“!. Mit „Bunbury“, einer trivialen Komödie für ernsthafte Leute, wird die Arroganz der englischen Oberschicht auf die Bühne gebracht.

Die Eibesthaler Jugend spielt »Bunbury«: Leonhard Strobl, Fabian Hammer, Teresa Egert, David Fried, Eva-Maria Schöfbeck, Georg Schöfbeck und sitzend: Theresa Köchl, Nina Fried, Vinzenz Stadlbacher, Johannes Faber, Veronika Stadlbacher und Johanna Köchl  |  NOEN, Carina Rambauske
„In der Stadt amüsiert man sich, am Land amüsiert man die anderen.“ Ganz nach diesem Motto, zu dessen Erkenntnis Montgomery Sweetwater im Stück „Bunbury“ von Oscar Wilde kommt, begeistert die Jugend Eibesthal heuer mit ihrer diesjährigen Theaterproduktion zu Weihnachten.

Nein? Doch! Oh! Selbst Louis de Funes Kurzdialog ist Dauergast, ebenso wie die scheinheilige Noblesse der englischen Oberschicht inklusive deren Weisheiten, die die Welt quasi von selbst zu erklären scheinen. Statt derben Sprüchen gibt es Wildes gewitzte Dialoge und seinen beißenden Spott an der Oberschicht voll geistreichem, ironischem Wortwitz – die Jugend Eibesthal hat sich nicht umsonst an diese neue Herausforderung gewagt!

Doppelleben

Damit die englischen Gentleman Montgomery (Johannes Faber) und Jack (Vinzenz Stadl-bacher) ihren Vergnügungen nachgehen können, konstruieren beide ein Doppelleben: Montgomery gibt vor, einen fiktiven, kranken Freund Bunbury auf dem Land zu besuchen, um der Einladung seiner Tante (Theresa Köchl) zu entgehen. Jack hingegen zieht es vom Land zum Nachtleben in der Stadt und er täuscht deshalb einen Besuch bei seinem ebenfalls fiktiven Bruder Ernst vor.

Das Lügengebäude droht zusammenzubrechen als sich Montgomerys Cousine Gwendolin (Nina Fried) in Jack und Jacks Mündel Cecily (Veronika Stadlbacher) in Montgomery verlieben und beide ihren Geliebten für ihren „Ernst“ halten. Erst Cecilys Gouvernante (Johanna Köchl) kann das komische Verwirrspiel entwirren und vielleicht sogar noch für ein Happy End sorgen…

Weniger für ein Happy End, aber dafür für einige komische Momente sorgen auch Leonhard Strobl als Pastor Chasuble, Fabian Hammer als Butler und Teresa Egert als Dienstmädchen.