Erstellt am 29. Oktober 2015, 06:02

von Michael Pfabigan

„Bin der Einzige, der die Wahrheit sagt!“. Politisch will sich nur SPÖ gegen Aussagen von FPÖ-Gemeinderat Brunner wehren; der bekam Lob von Bürgern.

Steht zu seinen Angstparolen über Flüchtlinge in der jüngsten Gemeinderatssitzung: Anton Brunner (FPÖ).  |  NOEN, StadtGemeinde Mistelbach

Eine Woche nach den Angstparolen gegen Flüchtlinge im Mistelbacher Gemeinderat durch FPÖ-Mandatar Anton Brunner ( Die NÖN berichtete ): Die politischen Mitbewerber sind wegen der Aussagen peinlich berührt, halten sich aber mit Meinungen zurück.

ÖVP-Bürgermeister Alfred Pohl möchte öffentlich nicht kommentieren, ob Mandatare, die mit Aussagen, wie „Dann lauf ma‘ bald alle mit dem Kopftuch rum!“ die Flüchtlingsproblematik auf Bierzeltniveau im Gemeinderat herunterbrechen, überhaupt noch tragbar sind. Anita Brandstetter von der Liste aktiver Bürger ist vorsichtshalber gar nicht erreichbar.

Nur Renate Knott (SPÖ) gesteht auf NÖN-Nachfrage, dass ihr die Aussagen schon sauer aufgestoßen hätten: „So etwas ist nicht die feine, englische Art: Die Zuhörer tragen solche Aussagen aus dem Gemeinderat hinaus.“ Das sei für das Image von Mistelbach nicht gerade dienlich. Und dass er im Gemeinderat für seine Aussagen nicht einmal gemaßregelt wurde, versteht sie nicht: „Das wäre die Aufgabe des Bürgermeisters gewesen!“

„Ist mir scheißegal, ob es ein Ausländer ist!“

Anton Brunner, seit der Jänner-Wahl als FPÖ-Mandatar im Gemeinderat, steht auch eine Woche nach der Sitzung zu seinen Aussagen: „Ich bin ein Österreicher. Mir ging es darum, zu kritisieren, dass die Flüchtlinge unkontrolliert nach Österreich kommen. Ob es ein Ausländer ist, ist mir scheißegal!“

Und setzt nach: „Die Moslems wollen ja gar nicht unsere Kultur annehmen. Ich will nicht plötzlich in einem fremden Land aufwachen!“ Wenn sich die Zuzügler an die vorherrschende Kultur anpassen, habe er nichts dagegen.

Und weil es nicht in Ordnung sei, wie sich die Flüchtlinge bei uns aufführen, darum seien auch die beiden ehemaligen Großparteien bei der Bevölkerung unten durch, sagt Brunner. Wie waren die Reaktionen auf seine Aussagen?

„Ich hab‘ mir gedacht, dass mich die Leute schimpfen werden. Aber jeder, der mich kennt, hat mir gesagt, ich sei der Einzige, der die Wahrheit sagt!“, war Brunner selbst vom Zuspruch zu seiner Meinung überrascht: „Ich will ja nicht hussen, ich will auf ein Problem hinweisen!“