Erstellt am 04. November 2015, 04:02

von Werner Kraus

Vertrieben aus der Heimat. Franz Kribbel verarbeitet in seinem Buch die Kriegswirren seiner Kindheit. Mit Unterstützung der Familie gelang ihm das jetzt entstandene Werk.

Der Vordenker in der Landwirtschaft, Franz Kribbel (3.v.r.) hat mit 85 Jahren das Buch »Vom Balkan ins Weinviertel« geschrieben. Dazu gratulierten (v.l.): Berta Kribbel, Anni Bös, Bürgermeister Manfred Marihart, Heinrich Kribbel, Berta Kribbel, Margit Korda, Bernhard Kribbel, Bürgermeister Reinhard Künzl, Peter Kribbel und Gertrude Mohorn.  |  NOEN, Werner Kraus

„Vom Balkan ins Weinviertel – Erinnerungen eines Heimatvertriebenen“ lautet der Buchtitel der Lebenserinnerungen des Landwirtes Franz Kribbel aus Steinebrunn.

Als 16-Jähriger wurde er mit seiner Familie aus der deutschsprachigen bosnischen Stadt Windthorst vertrieben und kam im Zuge der Kriegswirren nach Wien, später nach Pulkau und 1966 nach Steinebrunn. 2008 machte sich die Großfamilie auf die Reise in die erste Heimat. Dies animierte Kribbel dazu, ein Buch zu schreiben.

Er erzählte, wie jedes der sieben Kinder einen Teil des Computers brachte und Kribbel mit 80 Jahren in das Computerzeitalter einstieg. Enkelkind Aaron war aufgrund seiner zwei A im Namen im Telefon der Erste und damit auch die Hotline, wenn einmal ein Text verloren ging. Auch die anderen Kinder und Enkel halfen mit, das Buch entstehen zu lassen.

Mit 80 Jahren ins Computer-Zeitalter

Kribbel hat gemeinsam mit seiner Gattin Berta sieben Kinder. Er war in der Landwirtschaft immer ein Vordenker und Visionär und hat auch nach Rückschlägen – wie zum Beispiel nach der Maul- und Klauenseuche – wieder neue Kraft gefunden. So zählt er zu den Obstbaupionieren der Region, was von Sohn und Enkelkind Peter bis heute weitergeführt wird. Heinz Kribbel, der älteste Sohn berichtete, dass sein Vater ein wunderbarer Erzähler sei, dem man sehr gerne zuhöre.

Franz Kribbel hat ein großartiges Gedächtnis und eine Faktenfülle, die er mit 85 Jahren hier in seinem Buch verpackt hat. Die Geschichte der Familie Kribbel in Steinebrunn begann 1966, als über das Land Niederösterreich ein Fünfkirchen Meierhof in Steinebrunn verkauft wurde. Bürgermeister Georg Wunsch aus Steinebrunn hat dies unterstützt, weil er hoffte, durch die sieben Kribbel-Kinder die Volksschule im Ort zu erhalten. Dies ist nicht gelungen, aber die Kribbels haben sich in Steinebrunn gut etabliert.