Erstellt am 20. Januar 2016, 05:03

von Michael Pfabigan

Vorwurf Tierquälerei: Tierschützer zeigen Gatter-Jäger an. Martin Balluch zeigt die Jäger der Treibjagd im Ernstbrunner Wald bei der Staatsanwaltschaft an.

Das verletzte Reh, das nicht nur hart gesottene Tierschützer entsetzt: Jetzt zeigte VgT-Obmann Martin Balluch die Jäger an, die im Jagdgatter im Ernstbrunner Wald am 10. Jänner zur Treibjagd geladen waren.  |  NOEN, VgT

"Für mich war es eine der schrecklichsten Tierquälereien, die ich je sehen musste!" Auch eine Woche nach der Treibjagd im Gatter der Prinzhorn KG im Ernstbrunner Wald zeigt sich Tierschützer Martin Balluch noch entsetzt: „So unmittelbar vor meinen Augen, und ich konnte nichts dagegen tun!“

Das vom Verein gegen Tierfabriken (VgT) auf YouTube hochgeladene Video hatte Rekordzugriffe verzeichnet. Zu sehen: Ein Reh, das in Panik immer wieder gegen einen Zaun spring, bis seine Äsung blutig ist.

Balluch: "Wahnsinn muss ein Ende finden"

„Dieser Wahnsinn muss ein Ende finden!“, sagt Balluch. Mit Wahnsinn meint der Tierschützer Gatterjagden, gegen die er und sein Verein in dieser Treibjagdsaison massiv vorgehen. Deshalb hätten er und der VgT auch die Vorfälle an die Öffentlichkeit gebracht und die Jäger wegen des Verdachtes der Tierquälerei bei der Staatsanwaltschaft Korneuburg angezeigt.

In seiner Anzeige schildert Balluch „panisch flüchtende Rehe“ und Wildschweine, die Jagd der zehn Schützen habe von 9.30 Uhr bis zum Dunkelwerden gedauert. „In der gesamten Zeit erlitten sämtliche der gefangenen Tiere in dem Areal vorsätzlich absolute Todesangst!“, so Balluch in seinem Schreiben an die Staatsanwaltschaft.

Tierschützer fordern Aus für Gatterjagd

Die Jäger, sie wollten gegenüber der NÖN trotz mehrmaliger Nachfrage keine Stellungnahme abgeben, hätten als „zahlende Jagdgäste gefangene Tiere vorgeführt bekommen, die sie vorsätzlich gehetzt und gequält“ hätten.

„Die rohe Gewalt, mit der gegen diese Tiere vorgegangen wurde, ist unbeschreiblich!“, so Balluch. „Der Sinn dahinter ist ausschließlich die Unterhaltung einiger Menschen!“ Der Tierschützer fordert das Aus für Gatterjagden.