Poysdorf

Erstellt am 14. Juni 2017, 05:00

von Mariya Yatsentyuk

Nordautobahn: Arbeiten gehen ins Finale. Derzeit werden täglich 1.700 m³ Beton für die A 5-Fahrbahn verarbeitet.

Lokalaugenschein beim Betondeckenfertiger: Straßenbaudirektor Josef Decker und die Landesräte Ludwig Schleritzko und Karl Wilfing.  |  Kraus

„Der Einsatz des Betondecken-Fertigers bedeutet immer, dass sich ein Projekt dem Ende neigt“, sagt ASFINAG-Geschäftsführer Gernot Brandtner. Bei der Nordautobahn zwischen Schrick und Poysbrunn ist es soweit, bis September ist die Fahrbahn fertig.

Der Betondecken-Fertiger, der derzeit im Raum Walterskirchen-Großkrut arbeitet, stellt ein 13 Meter breites Betonband in drei Arbeitsschritten her: Zuerst werden 18 Zentimeter Unterbeton auf den asphaltierten Unterboden aufgebracht, darauf kommten vier Zentimeter Überbeton – die eigentliche Fahrbahn. Als Nachbehandlung wird der Beton mit einer Chemikalie besprüht, damit er langsamer aushärtet. 6.000 bis 8.000 Quadratmeter werden so pro Tag betoniert. Nach sechs bis acht Stunden ist der Beton weitgehend ausgehärtet.

„Ein Stück politischer Arbeit geht zu Ende!“ Karl Wilfing, Landesrat und jahrelanger Kämpfer für den Bau der Nordautobahn

Nun werden Fugen gezogen damit der Beton sich, je nach Temperatur, zusammenziehen oder ausdehnen kann. Etwa zwei Wochen später können die Fugen vergossen werden. Damit das Betonieren kein Verkehrshindernis wird, immerhin fahren täglich zwölf Lkw im 40-Minuten-Rhythmus zwischen Mischanlage und Betondeckenfertiger – mischt man die 180 Tonnen Beton an Orten, die ausschließlich über die unvollständige A 5 befahrbar und nahe der Baustelle sind.

Die Forderung nach der Nordautobahn gibt es schon seit 1998. Nun, 19 Jahre später, betoniert der riesige Betondecken-Fertiger die A 5 am Teilstück Schrick-Poysbrunn. Die Gesamtlänge des Ausbaus beträgt 34 Kilometer. Davon machen 25 Kilometer allein die Strecke zwischen Schrick und Poysbrunn aus.

Mehr Lebensqualität und Verkehrssicherheit, sowie weniger Lärm- und Schadstoffbelastung sind durch den Bau der Autobahn gewährleistet. „Durch den Ausbau der A 5 können wir 60 Prozent des Verkehrs von den Ortschaften umleiten und so für eine Entlastung sorgen“, so Landesrat Karl Wilfing. Das kommt besonders dem Einzelhandel in Poysdorf zu Gute. Viele Bewohner aus umliegenden Ortschaften weichen auf Geschäfte in der Umgebung aus, um einen Stau in Poysdorf zu umgehen. Auch das soll durch den Ausbau der A 5 geändert werden.

Durch die etwa 500 Mitarbeiter auf der Baustelle werden derzeit höhere Einnahmen im Bereich Tourismus und Gastronomie erzielt.

Günstiger als gedacht

Die Autobahn wird billiger als gedacht. Die Kosten konnten von 324 Mio. Euro auf 283 Mio. Euro gesenkt werden. Zu verdanken ist das einer Finanzierungsmaßnahme der EU, aber auch der gestaffelten Vergabe der Baulose durch die ASFINAG. Einen hohen Stellenwert für die EU hat das ausgebaute Teilstück, weil die Strecke von Warschau nach Mailand durch Poysdorf führt. Aber auch eine bessere Anbindung des nördlichen Weinviertels an die „Vienna Region“ hat eine große Bedeutung für die Wirtschaft.

44 der 45 Brücken zwischen Schrick und Poysbrunn sind im Rohbau bereits fertig. Genauso wie 90 der 100 Kilometer der Straßenentwässerungsrohre bereits verlegt sind. Endgültig fertig werden soll die Betonierung Mitte September. Übrig bleiben dann nur noch die Begrünung und die Ausstattung der A5 mit Leitplanken und Verkehrszeichen, ehe das Projekt am 2. Dezember eröffnet wird.

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