Erstellt am 04. Februar 2016, 05:03

von Michael Pfabigan

Wenig Kundenfrequenz: Raika sperrt ihre Kleinst-Filiale zu. Die Hautzendorfer Filiale ist für Raiffeisen nicht mehr rentabel.

Mit 10. März sperrt die Raiffeisenbank Wolkersdorf ihre Filiale in Hautzendorf: Das Team übersiedelt in die drei Kilometer entfernte Filiale Hochleithen, die Kunden sollen ihnen folgen.  |  NOEN, Raiffeisenbank Wolkersdorf

Die Nutzungsgewohnheiten der Kunden haben sich geändert, die Frequenzen in der Hautzendorfer Raika-Filiale sind stark zurückgegangen. Das sind die Gründe dafür, dass die Raiffeisenbank Wolkersdorf die Konsequenzen zieht und den Standort mit 10. März schließt.

Die Filiale Hautzendorf hatte zwei Halbtage pro Woche geöffnet, hatte keinen Bankomaten und auch die räumlichen Gegebenheiten waren nicht mehr den modernen Anforderungen entsprechend. Die verbliebenen Kunden werden an die drei Kilometer entfernte Bankstelle Hochleithen verwiesen, dort wird auch das Hautzendorfer Beraterteam für die Kunden zur Verfügung stehen.

Kundenfrequenz in Außenstellen sinkt

„Hautzendorf war eine reine Ein- und Auszahlungsstelle, hatte keinen Bankomaten und Kunden, die gerade nicht bedient wurden, mussten am Gang warten“, weiß Raika-Direktor Franz Friedl. Viele Kunden seien nach Wolkersdorf abgewandert, zudem sinkt durch die elektronischen Bankgeschäfte die Kundenfrequenz in den Außenstellen. Wirtschaftlich sei diese Filiale für das Unternehmen auf keinen Fall mehr gewesen.

Auf den Banken lastet derzeit enormer Druck. Die Nationalbank kritisiert ein zu dichtes Bankennetz, andere Raikas sperren Filialen in Serie zu. Und wegen der niedrigen Zinsen lassen sich nicht die notwendigen Margen verdienen, um die steigenden Kosten abzufangen. Was plant die Raiffeisenbank Wolkersdorf? „Blutige Maßnahmen sind nicht geplant“, sagt Friedl.

Der Druck auf seine Bank sei ähnlich, wie auf andere Institute. Gemeinsam mit externen Beratern habe man ein Strategieprojekt gestartet, mit dem Kosten eingespart werden sollen. „Wir überlegen, die Öffnungszeiten an die Gegebenheiten anzupassen bzw. zurückzunehmen“, sagt Friedl. Daraus resultierende Personaleinsparungen sollen über den natürlichen Abgang geregelt werden.