Erstellt am 05. Oktober 2015, 10:40

von Michael Pfabigan

Werner Russ zu 50 Jahre NÖN: „War spannende Zeit“. NÖN-Mitarbeiter begann kurz nach der Gründung der NÖN als Mitarbeiter zu schreiben und dokumentierte das Zeitgeschehen über 40 Jahre lang.

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Die NÖN feiert ihren 50. Geburtstag. Und nur wenige Jahre nach der Gründung hieß der Lokale Mitarbeiter des Blattes Werner Russ: 1967 heuerte er als Mitarbeiter für den Raum Laa an, bis 2011 verfolgte er das Zeitgeschehen in seiner Region als Lokalberichterstatter, seither nur noch als kritischer Bürger.

Geburtstagsfeiern bis in die Nacht – für die Zeitung

„Mir hat die Faber-Zeitung damals nicht gefallen. Als dann die NÖN gekommen ist und Mitarbeiter gesucht hat, hab ich mir gedacht: Das wäre doch interessant“, erinnert er sich an die Anfangsjahre: „Und das ist es auch geworden!“

Vom Handwerklichen in der Recherche hat sich heute wie damals nichts geändert: Ein Journalist lebt von seinem Informanten-Netzwerk: „Ich hab damals schon bei der Sparkasse gearbeitet. Da hat man viel erfahren, jeder hat einem etwas erzählt.“ Und Geburtstagsfeiern beim ÖKB hätten damals schon mal bis ein oder zwei Uhr nachts dauern können. Für ein Bild und ein paar Zeilen in der Zeitung.

Mit der Zeit wurde die Planung der Ausgabe immer professioneller: Hubert Wachter, unter anderem Gründungsmitglied bei News, führte das Artikel schreiben auf Zeilen ein: „Das war anfangs mit den Schreibmaschinen eine Katastrophe!“, sagt Russ. Als der Coputer eingeführt wurde, war Russ einer der Ersten, die diesen benutzten: Er kannte die Rechner von seiner Arbeit bei der Sparkasse/Erste Bank Laa.

Wachter und Koller „übernachteten im Wohnzimmer“

Was hat sich geändert zu den Anfangsjahren? Russ begann angesichts ineffizienter Termingestaltung seine Einsätze zu koordinieren. „Irgendwann in den 70er-Jahren, mein Sohn Reini war vier Jahre alt, da bin ich drauf gekommen, dass ich ihn gar nicht kenn: Untertags war ich im Büro und dann bin ich fortgegangen!“ Das musste sich ändern.

Was waren die interessantesten Erlebnisse als Journalist? Die Grenzöffnung und das Jahr, als Laa die Schüler-Fußballliga gewonnen hatte: Damals kamen sogar Chef Hubert Wachter und Redakteur Fritz Koller und feierten mit: „Die haben dann in unserem Wohnzimmer übernachtet“, lacht Russ.

Und als Altbürgermeister Otto Frummel sein Amt niedergelegt hatte, hatte die NÖN das exklusiv: „In der Woche haben wir die dreifache Zeitungsmenge in der Stadt gebraucht!“

2011 zog sich Russ, Jahrgang 1947, aus dem Journalismus zurück: „Ich hab immer gesagt: Ich gehör nicht zu denen, die noch mit 80 rumlaufen. Irgendwann müssen Jüngere ran!“ Sein Fazit auf über 40 Jahre Lokaljournalismus? „Es war eine schöne Zeit. Aber jetzt hab ich vier Enkelkinder, da hat man andere Schwerpunkte!“