Wilfersdorf

Erstellt am 13. Dezember 2017, 05:00

von Gerhard Brey

A 5: Anrainer klagen über Lärm-Hölle. Die Bewohner der Kothwiesensiedlung klagen über Verkehrslärm.

Die Bewohner der Kothwiesensiedlung haben Sicht- und Hörkontakt zur neuen Nordautobahn.  |  NOEN, zVg

Ob der Lärmschutz der Anrainer nachgebessert werden muss oder ob es sich nur um einen dieser Tage mit ungünstiger Wetterlage handelte, wird sich herausstellen. Bereits am Tag der Eröffnung gab es jedenfalls etliche Beschwerden von Anrainern an der A 5-Trasse in Wilfersdorf.

„Der Verkehrslärm ist unerträglich. Wie wird das, wenn der Berufsverkehr einsetzt, wie wird das in der warmen Jahreszeit, wenn die Fenster in den Häusern entlang der Autobahn geöffnet sind?“

Der Geschäftsführende Gemeinderat Johann Hager, den bereits am Eröffnungstag der A 5 zahlreiche dahingehende Beschwerden von Bewohnern aus der Kothwiesen- und aus der Satzergrabensiedlung erreichten, ist selbst Betroffener. Auch er hat den Verkehrslärm feststellen müssen. „Es gibt zwar Lärmschutzwände, aber offensichtlich sind diese bei Westwind nicht ausreichend. Voraussichtlich muss hier von der ASFINAG nachgebessert werden.“

„Der Verkehrslärm ist unerträglich. Wie wird das, wenn der Berufsverkehr einsetzt?“Johann Hager (SPÖ), Geschäftsführender Gemeinderat

Private Lärmmessungen haben inzwischen Dauerlärmbelastungen entlang der Trasse, in den Siedlungen von 46 bis 58 dB Lärm ergeben. Das liegt ein wenig unter dem Grenzwert von 60 dB unter Tags.

Grundsätzlich sehen auch die Siedlungsbewohner in der neuen Autobahn große Vorteile. „Sie schließt uns hervorragend an den Großraum Wien an und vor allem Pendler werden sich viel Zeit ersparen. Auch, was die Verkehrssicherheit betrifft, gibt es nur Vorteile“, so die Meinung. Allerdings, was den Verkehrslärm betrifft, wollen die Siedlungsbewohner weiterhin Messungen durchführen und mit den Ergebnissen möglichst eine nachhaltige Verbesserung des Lärmschutzes erreichen.

Bei der ASFINAG beobachtet man die Entwicklungen an der Trasse genau: „Aber genaue Aussagen kann man erst in einem Jahr machen“, sagt A 5–Projektleiter Christian Musil. Dann nämlich, wenn sich die Verkehrsströme auf dem neuen Teil der A 5 eingespielt haben und wenn auch gewisse Gewöhnungseffekte bei den Anrainern eintreten.

Dass sie jetzt den Verkehr hören, versteht er: „Bisher herrschte dort absolute Ruhe“, er ist sich aber auch sicher: „Wenn wir jetzt messen, sind wir auf jeden Fall auf der sicheren Seite.“ Sollten Untersuchungen eine vermehrte Lärmbelastung ergeben, werde beim Lärmschutz nachgebessert.