Erstellt am 18. November 2015, 05:03

von Josef Christelli

Wind-Gegner formiert. sp;Die „Bürgerinitiative STOP den Windpark Gnadendorf-Stronsdorf“ ist gegründet. Doch das Projekt ist bereits in der UVP.

Gerhard Loidolt, (li.) ehemaliger Schuldirektor, initiierte Bürgerinitiative. Ferdinand Weinschenk (re.) kämpft an Loidolts Seite gegen den Windpark.  |  NOEN, Christelli

Sechs Windkraftanlagen sollen auf dem Bergrücken östlich von Gnadendorf und Eichenbrunn errichtet werden. Ein neues Zeitalter breche damit an, meinte Bürgermeister Manfred Schulz.

Die Freude des Gemeindechefs sollte nicht von langer Dauer sein, eine Initiative gegen den Bau von Windkraftanlagen hat sich formiert. War es vorerst nur ein Personenkomitee, ist die Anzahl der Windradgegner nach der ersten Aussendung ordentlich angestiegen und wurde zur überparteilichen „Bürgerinitiative STOP den Windpark Gnadendorf-Stronsdorf“. Angeführt wird die Initiative vom ehemaligen Schuldirektor Gerhard Loidolt und dem früheren Gemeindearzt Ferdinand Weinschenk: „Mittlerweile haben sich viele „Aktivisten“ aus den Gemeinden Stronsdorf und Gaubitsch uns angeschlossen“, sagt Loidolt.

Die Initiative will das Erholungsgebiet in Gnadendorf nicht verbauen lassen. Teile der Gemeinde gehören noch zum Naturparkgebiet. Die Region rund um die Marienkapelle im sogenannten Bildeichenwald sei ein „Zufluchtsort“ der Bevölkerung, um Ruhe zu finden. „Auch Fauna und Flora sind bei uns noch intakt, weil das eben noch unberührte Landstriche sind. Daher absolut schützenswert“, sind sich Weinschenk und Loidolt einig. Darum verfassten sie bereits einige Flugblätter an die Bevölkerung.

Aber auch Schulz reagiert. In einem Schreiben beantwortet er Fragen, informiert über den Ablauf der Vorbereitungen und plädiert für den Bau der Windkraftanlagen. Das Projekt befindet sich bereits in der Umweltverträglichkeitsprüfung. Eine Umsetzung ist frühestens 2017/2018 vorgesehen.

Zu später Auftritt einer Bürgerinitiative?

Schulz wundert sich, dass erst jetzt Gegner des Projektes auf den Plan treten. Während das Umwidmungsverfahren über die Bühne ging, lagen die UVP-Unterlagen im Gemeindeamt zur Einsicht auf. Einsprüche habe es keine gegeben. Bei einer Infoveranstaltung im Mai des Vorjahres hätten zwar Loidolt, Weinschenk sowie Altbürgermeister Karl Buchhammer ihre Bedenken geäußert, sonst hätte sich keiner der 70 Teilnehmer dagegen ausgesprochen.

Genau das ist der Bürgerinitiative auch aufgefallen: „Vermutlich haben sich nur ganz wenige genau informiert und die drastischen Veränderungen durch den Bau von Windkraftanlagen in dieser gigantischen Dimension nicht wahrgenommen“, glaubt Weinschenk und ergänzt: „Jetzt, durch unser Wachrütteln, laufen uns die Windkraftgegner nur so zu.“

Bürgermeister Schulz traf sich mit den beiden Initiatoren der Bürgerinitiative. Mit dabei waren Vizebürgermeister Rudolf Pfennigbauer und Amtsleiter Pelzlmayer. Sachlich sollten das Für und Wider dieses Projekts besprochen werden. Schulz betont, dass er die Bürger immer wieder über das Projekt informiert habe, es bei Bürgerversammlungen angesprochen hätte. „Also wurden alle Bürger ausreichend informiert“, sagt Schulz.

Jetzt sei es an den Experten, über das Projekt zu befinden: „Wenn sie es positiv abhandeln, wird die EVN die Windkraftanlagen bauen“, stellt Schulz klar.