Erstellt am 08. September 2015, 08:31

von Michael Pfabigan

Wird Gasthaus zu Flüchtlings-Quartier?. Im Schuster-Gasthaus sollen Familien untergebracht werden, Container kommen beim Franziskusheim.

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"Kommt jetzt ein Asylheim wie in Traiskirchen?", fragt ein NÖN-Leser in einem Brief an die Redaktion polemisch: „Vorläufig sollen 60 Asylanten in Lanzendorf im ehemaligen Schuster-Gasthaus untergebracht werden. Ohne Einbindung der Bevölkerung!“, klagt der Leser.

40 bis 60 Asylwerber sollen untergebracht werden

„Stimmt“, bestätigt Bürgermeister Alfred Pohl auf NÖN-Anfrage: „Ich habe am Montag erfahren, dass der Besitzer des Schuster-Gasthauses sich als Quartiervermieter beim Land gemeldet hat.“ Die Firma SLC, die vom Land mit der Unterbringung von Flüchtlingen betraut wird, will im Selbstversorgermodell 40 bis 60 Asylwerber in Lanzendorf unterbringen.

„Das Projekt muss allerdings erst vom Land und der Caritas, die die Flüchtlinge dann betreuen würde, geprüft werden“, sagt Pohl. Was auch Herbert Eder von SLC Europe, jener Firma, die für das Land die Quartiere für Flüchtlinge rekrutiert, bestätigt: „Wir haben das Gasthaus bei der Besichtigung für gut befunden!“ Der Besitzer des Hauses, Andreas Spieß, bekomme demnächst ein verbindliches Mietangebot. Geplant sei die Belegung des Schuster-Gasthauses ab Oktober, einziehen sollen vor allem Familien. Und aufgrund der Größe der Anlage werde rund um die Uhr ein Betreuer als Ansprechperson für die Flüchtlinge vor Ort sein, versichert Eder.

Quartier nur ein Gerücht?

Weniger auskunftsfreudig zeigt sich übrigens Hausbesitzer Andreas Spieß: Von den Flüchtlingsquartierplänen will er nur von Gerüchten wissen, klar würde er gerne helfen, aber momentan hätte er andere Pläne. Das Schuster-Gasthaus gekauft hat er jedenfalls im Februar, irgendwann sollen einmal Wohnungen im Objekt errichtet werden.„Wenn ich wirklich gewollt hätte, dass Asylwerber da einziehen, wären die schon längst drinnen!“, sagt Spieß zu NÖN.

Parallel dazu wird ein Containerprojekt des Landes konkret. Entsprechende Schritte sind auf Eigengrund des Landes beim Pflegeheim angedacht. Auch diese Unterbringung wird vom Land derzeit geprüft.

Spendenangebot beim Bürgerservice

Ein Angebot für jene, die Flüchtlingen helfen und spenden wollen, hat die Stadtgemeinde geschaffen: Beim Bauhof kann man jetzt Hilfsgüter abgeben, bzw. kann man sich beim Bürgerservice melden und, sollten es größere Objekte sein, die für die Flüchtlinge gespendet werden sollen, registrieren lassen. Melden können sich auch Freiwillige, die bei der Betreuung der Flüchtlinge mithelfen wollen: „Das geht von gemeinsamem Singen bis hin zum Spazieren gehen und dem Aufpassen auf die Kinder“, weiß Brigitte Schodl, bei der Gemeinde die Leiterin der Drehscheibe für alles rund um die Flüchtlingsthematik.