Erstellt am 03. Februar 2016, 05:03

von Gregor Kobelkoff

Wirtschaftspark Reuhof: „Wildwuchs unmöglich!“. Landtagsabgeordneter und ecoplus-Vorstand Kurt Hackl (ÖVP) wirbt vor Volksentscheid für Projekt, bei dem die Post Arbeitsplätze in Autobahnnähe schaffen will.

Hier könnte der neue Wirtschaftspark Pillichsdorf-Reuhof entstehen. Voraussetzung: Die Pillichsdorfer stimmen dem Projekt am 21. Februar zu.  |  NOEN, Gregor Kobelkoff

„Gestern hat mich jemand gefragt, ob die Post wirklich vorhat, einen 30 Meter hohen Turm hinzustellen“, schüttelt Landtagsabgeordneter Kurt Hackl den Kopf.

Es mangelt offenbar an verlässlichen Informationen über das Projekt „Wirtschaftspark Reuhof“. Die Verhandlungen mit den Grundeigentümern mussten natürlich vertraulich bleiben, auch im Interesse der Grundeigentümer. „Wir wollten mit dem Projekt im Jänner an die Öffentlichkeit gehen. Wir haben uns gedacht, dass es so knapp vor Weihnachten niemanden interessieren wird.“ Diese Einschätzung war offenbar falsch. Der Zeitplan hing nicht alleine von der ecoplus und Pillichsdorf ab. Der Hauptinteressent, die Post, hatte bis Mitte Dezember keine Zusage gegeben.

„Ich verstehe, dass die Menschen das Gefühl bekommen haben nicht informiert worden zu sein. Deshalb begrüße ich auch die Volksbefragung und die Tatsache, dass das Ergebnis verbindlich sein wird“, stellt der Landtagsabgeordnete klar. „Die Volksbefragung gibt dem Wirtschaftsparkbetreiber auch Planungssicherheit und das Wissen, dass bei einem positiven Ergebnis die Gemeinde hinter dem Projekt steht.“

„Es ist vom Land NÖ ein Angebot und eine Chance für Pillichsdorf“, meint Kurt Hackl. „Die Einnahmen würden der Gemeinde die Möglichkeit geben in der Zukunft eigene Projekte freier zu gestalten.“

"Wird keine Verkehrslawine geben"

Die ecoplus hat viel Erfahrung. Der Wirtschaftspark in Wolkersdorf ist einer der Gründe, warum die Gemeinde finanziell auf guten Beinen steht. Warum also ein neues Gebiet? „Wir haben in Wolkersdorf, dank des Erfolgs, keine so großen zusammenhängenden Flächen mehr zur Verfügung, wie ein Verteilerzentrum erfordern würde.“ Andere Wirtschaftsgebiete seien von privaten Investoren bewirtschaftet. „Die ecoplus, als Tochter des Landes, hat im Gegensatz zu diesen das Hauptaugenmerk nicht auf Gewinn, sondern auf Arbeitsplätze gerichtet.“

Einer der wichtigsten Anziehungspunkte für die Post ist die gute Anbindung an die Autobahn. „Es wird keine Verkehrslawine durch Pillichsdorf geben. Das wäre ja widersinnig. Seit Jahren sind die Pillichsdorfer nur 800 Meter vom Wirtschaftspark Wolkersdorf entfernt. Der geplante Park ist mehr als 2600 Meter und durch zwei Wälder vom Ort getrennt. Der Verkehr wird hauptsächlich Richtung Autobahn stattfinden.“

Volksbefragung am 21. Februar

Die Planung sieht eine interkommunale Beteiligung am Projekt vor, mit mindestens 50 Prozent für die Heimatgemeinde. Viele Gemeinden hätten schon ihr Interesse bekundet. „Wir haben hier die seltene Gelegenheit mit einem Leitbetrieb wie der Post ein erfolgreiches Betriebsgebiet aufzubauen.

Auch andere Firmen wollen dies nützen. Wild wuchern kann der Park nicht, da rundherum Windparks die Ausdehnung begrenzen. Ich vertraue darauf, dass es bei der Volksbefragung am 21.2. nicht um politische Parteien oder Befindlichkeiten gehen wird. Ein Ja wäre eine zukunftsweisende Entscheidung für Pillichsdorf.“