Wolkersdorf im Weinviertel

Erstellt am 03. August 2016, 02:43

von Benjamin Schlöglhofer

Gemeinderat stimmte für Umbau alter VS. Der Umbau der Volksschule in der Kirschenallee wurde in der letzten Gemeinderatssitzung endgültig beschlossen.

Harte Arbeitsbedingungen bei der letzten Gemeinderatssitzung. Wegen der hohen Temperatur im Dachausbau wurde sogar kurz unterbrochen. Eine Mandatarin verschaffte sich mit einem Fächer Abhilfe.  |  NOEN, Schlöglhofer

Nach langen Überlegungen, Exkursionen, Vorträgen und vielen Diskussionen im Gemeinderat ist der zukünftige Standort der Volksschule beschlossene Sache. Die Schule bleibt in der Kirschenallee und wird umgebaut. Am Dienstag, dem 26. Juli entschied der Gemeinderat so – bei einer extra dafür einberufenen Sitzung.

Zuvor stellten MIT:uns und WUI Gegenanträge. Beide wollen mehr Zeit, bevor gebaut wird. Unter anderem wegen eines erst wenige Wochen alten Beschlusses des Bildungsministeriums, Ganztagsschulen, die im Entstehen sind, zu fördern.

Neue Variante am Tag der Abstimmung

MIT:uns verteilte ein 18-seitiges Konzept zur Volksschule. Darin wird eine neue Variante vorgeschlagen, bei der neu gebaut wird, beide Standorte vorerst in Betrieb bleiben und nach einigen Jahren Betrieb entschieden werden kann, wie weitergebaut wird. „Das ist der billigste und flexibelste Weg“, sagte Johannes Schwarzenberger (MIT:uns), während er das Konzept im Gemeinderat präsentierte.

Würde das Grundstück, auf dem die Volksschule jetzt steht, frei, könnten dort Wohnanlagen entstehen und daraus viel Geld für die Gemeinde lukriert werden, so Schwarzenberger weiter. Trotz Neubau wäre es die billigste Variante.

Bei Weitem hatte Schwarzenberger die längste Redezeit an diesem Abend. Ausführlich referierte er über die verschiedenen Möglichkeiten und präsentierte Fahrpläne für die nächsten Jahrzehnte. Andere Wortmeldungen waren bei der gesamten Sitzung dünn gesät. Vielleicht, weil die Sitzung im Dachausbau des Rathauses stattfand und sauna-ähnliche Zustände herrschten.

Gegenanträge abgelehnt

Dann ging es schnell. Beide Gegenanträge wurden von ÖVP und SPÖ abgelehnt. Der Start des Umbaus wurde beschlossen. Architekt Zita wird damit beauftragt, einen Architekturwettbewerb durchzuführen. Von ihm stammt auch die Machbarkeitsstudie zu den verschiedenen Varianten der neuen Volksschule.

Roland Gube (ÖVP) enthielt sich als einziger seiner Partei der Stimme. „Unsere Schulden betragen momentan etwa fünf Millionen Euro und werden in den nächsten Jahren auf zehn steigen“, so Gube, der Vorsitzender des Finanzausschusses ist. Ein Großprojekt wie die Volksschule mit einem Volumen von über acht Millionen Euro müsse daher genau geplant werden. Das sei aber hier nicht der Fall. MIT:uns-Chef Schwarzenberger will auf keinen Fall aufgeben: „Für uns ist das Thema noch nicht erledigt.“

Die Grünen sehen die Chance vergeben, Förderungen vom Bund zu erhalten. Anders sieht das Bürgermeisterin Anna Steindl: „Ich arbeite seit zwei Jahren an dem Thema und halte es für meine Pflicht, das zeitgerecht abzuschließen.