Erstellt am 16. Dezember 2015, 04:53

von Michael Pfabigan

Wolkersdorf ist Vorzugsschüler. In Schulnoten ausgedrückt bekommt Wolkersdorfs Finanzgebarung von Experten eine 2,1. Mit geplanten Investitionen rutscht der Wert bis 2020 auf 2,5.

Rathaus Wolkersdorf  |  NOEN, Gregor Kobelkoff

Wo steht die Stadtgemeinde Wolkersdorf finanziell tatsächlich? Ausgehend von der Finanzgebarung der vergangenen fünf Jahre und vom mittelfristigen Finanzplan bis 2020 analysierte das Zentrum für Verwaltungsforschung KDZ die Stadt. Ergebnis: Würde man die Finanzlage nach Schulnoten beurteilen, gäbe es für die Jahre 2011 bis 2015 eine solide zwei plus. Konkret errechneten die Finanzexperten 2,1.

Wolkersdorf bleiben jährlich 15 bis 20 % ihrer Einnahmen für Investitionen übrig, ein Prozent der Einnahmen muss für den Schuldendienst verwendet werden. Die freie Finanzspitze liegt bei 15 bis 20 Prozent.

Allerdings gibt Wolkersdorf mehr aus, als eingenommen wird. Deshalb stieg die Verschuldung seit 2011 an. Würde die Gemeinde alle Schulden aus den Einnahmen zurückzahlen, so wäre sie binnen sechs Jahren schuldenfrei - ein rechnerischer Parameter, bei dem Wolkersdorf immer noch gut dasteht: „Ab zwölf Jahren wird es kritisch“, sagte Peter Biwald vom KDZ. „Wolkersdorf hatte 2011 bis 2015 einen nachhaltigen, ausgeglichenen Haushalt“, analysierte Biwald.

Budget 2016 ohne große Diskussionen genehmigt

Bis 2020 würde, ausgehend von den derzeit geplanten Projekten, die Verschuldung weiter steigen: Bei einem Überschuss von zwei Mio. Euro werden 3,5 Mio. Euro investiert, 2020 würde Wolkersdorf 8,5 Jahre brauchen, um alle Schulden zu tilgen. Bei der Gesamtbeurteilung würde Wolkersdorf von 2,1 auf 2,5 rutschen. „Das ist immer noch ein nachhaltiger, ausgeglichener Haushalt. Allerdings würden sich die Spielräume für die Zeit nach 2020 damit verengen“, sagt Biwald.

„Die Projekteliste für die Finanzplanung ist ein grober Maßnahmenplan, die Details werden wir hier entscheiden. Aber um Wolkersdorf ist mir nicht bange“, zog Bürgermeisterin Anna Steindl (ÖVP) ihre Schlüsse. Einen Kurswechsel forderten allerdings die Oppositionsparteien MIT:uns und WUI ein: „Wir sind dann knapp nicht mehr Vorzugsschüler, die Tendenz geht nach unten!“, meinte etwa Erwin Mayer (WUI).

Das Budget 2016 an sich wurde ohne große Diskussion mit den Stimmen von ÖVP und SPÖ genehmigt.


Das Budget 2016

Ordentlicher Haushalt.......................................14.899.000 €

Außerordentlicher Haushalt

Einnahmen........................................................3.102.400 €

Ausgaben..........................................................3.257.000 €